Das Mittelalter

Mode und Kleidung

Im Mittelalter ist die Kleidung das Zeichen für den Rang und besonders für den Beruf. Der folgende Abschnitt bezieht sich vorerst nur auf den Zeitraum von 1250 bis 1350.
Bauern und die armen Geistlichen, unter ihnen sind insbesondere die Bettelmönche, die durch ihre große Zahl und zumeist geringen Verdienst keine feste Priesterstelle bekommen haben, tragen meist nur ungefärbte oder in braun, schwarz und Grautönen gefärbte Lumpen von schlechter Qualität. Im Winter wärmt sie zusätzlich ein grober Wollmantel. Im Sommer tragen sie oft an den Füßen Holzpantinen, im Sommer meist barfuss oder bestenfalls in Sandalen. Die ganz Armen hüllen ihre Füße in Lumpen. Nur reiche Leute können sich schöne Kleidung aus teuren Tüchern aus Flandern, Mieder und Blusen aus Leinen aus dem Elsass oder dicke Wolle aus Italien leisten.

Aber die Wohlhabenden dürfen sich ebenfalls nicht immer so kleiden, wie sie es sich leisten könnten, da die Kleidervorschriften zum Teil sehr streng waren. 1294 erließ der französische König, dass Adlige sich in Eichhörnchen- und Hermelinfell kleiden dürften, reiche Bürger aber nur Katzenfell tragen dürften. Bei den Frauen war es noch extremer. Bei ihnen bestimmten neben dem Rang auch noch das Alter ihre Kleidung und vor allem die Frisuren. Junge Mädchen durften das Haar so lange offen tragen, bis sie verheiratet waren. Danach mussten sie es unter Hauben, Tüchern und Schleiern verbergen. Die Gewänder dagegen unterschieden sich nur wenig von denen der Männer. Jedoch sind die Umhänge der adligen Damen länger, als die ihrer Männer. Im Gegensatz zu heute bestimmen erst die Männer die Mode und die Frauen ziehen später nach.

Als Zeichen ihrer Macht und ihres Geldes sind die Gewänder der Adligen und reichen Bürger prunkvoll verziert und extravagant. Die reichen Bürger versuchen so die Adlige Herrschaft zu imitieren, da dieser Stand durch die aufkommenden Stadtgründungen neu ist und sich selbst als Herrscher der Städte ansieht. Häufig werden die aus Samt und Seide bestehenden Gewänder mit Goldstücken oder Edelsteinen besetzt. Besonders beliebt bei reichen Kaufleuten sind Schellen, Glöckchen und wertvolle Silberknöpfe. Aus der Banditensprache stammt daher die Redewendung "Jemandem etwas abknöpfen".
Nach und nach kommen die Schnabelschuhe in Mode, die aufgebogene Spitzen besitzen. Je vornehmer ein Mann war, desto länger durften die Schnabelschuhe sein. Dies endete dann schließlich in überdimensionalen Schnäbeln, was auch den damaligen Kritikern auffiel. Damit man damit noch vernünftig gehen konnte, musste man die Schnäbel am Knie festbinden.
Als Kopfbedeckung nahmen die Männer Hauben, Kappen und Gugeln, die besonders die Landbevölkerung und die Städter trugen. Dieses Kleidungsstück ist eine Kapuze mit Schulterkragen, die in einem spitzen Ende ausläuft. Dieses Ende konnte man noch als Schal um den Hals wickeln. Als Material für den Kopfschmuck nahm man normale sowie gefilzte Wolle, Leder, Tuch oder Pelz, je nach Vermögen.
 

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