Die Chatten

Zeittafel

Die wichtigsten Daten zur Geschichte der Chatten und frühen Hessen bis zum Tode des Bonifatius

Die Jahre vor der Zeitenwende

 222 v. Chr. Erste Erwähnung der Germanen durch die Römer.
 113 -111 v. Chr. Zug der Kimbern und Teutonen. Vermutlich durchqueren die Kimbern auf dem Weg nach Süden auch Nordhessen.
 58 v. Chr. Caesar besiegt die Sueben unter Ariovist. Der Rhein wird die Grenze zwischen freien Germanen und römischen Imperium.
 55 u. 53 v. Chr. Rheinübergänge Caesars während des Gallischen Krieges.
 52 v. Chr. Ganz Gallien ist von Caesar für Rom erobert worden. In Caesars "De bello Gallico" werden erstmals Germanen und Kelten unterschieden. Die Chatten werden nicht erwähnt, da jener Stamm zu Caesars Zeiten wohl noch nicht existierte.
 Ca. 50 v. Chr. Die La-Téne-zeitliche Höhensiedlung Altenburg bei Niedenstein wird aufgegeben, da ihr der Wirtschaftsraum Gallien durch die Römer entzogen wurde.
 Ca. 50 - 40
 v. Chr.
Teile des geschlagenen Suebenheeres des Ariovist lassen sich in Niederhessen nieder. Rheingermanen aus dem Gebiet der Chattuaren besiedeln vor allem das Lahn-Gebiet. Durch die Vermischung der germanischen Einwanderer mit der keltischen Urbevölkerung entsteht allmählich der Stamm der Chatten mit germanischer Sprache.
 27 v. Chr. -
 14 n. Chr.
Regierungszeit des Kaisers Augustus
 19 v. Chr. Drusus baut das keltische Mogontiacum (Mainz) zum Kastell aus.
 17 v. Chr. Armin der Cherusker wird geboren.
 17/16 v. Chr. Niederlage des Statthalters der Gallia comata M. Lollius (gest. nach 2 n. Chr.) gegen die über den Rhein vorgedrungenen Sugambrer, Usipeter und Tenkterer.
 16 - 12 v. Chr. Erstmalige Stationierung römischer Truppen am Rhein.
 15 -13 v. Chr. Alpenfeldzug des Drusus (Drusus Claudius Nero 38-9 v. Chr.) und des Tiberius (Tiberius Claudius Nero 42 v.Chr.-37.n.Chr.), der Stiefsöhne des Augustus.
 12 - 9 v. Chr.  Germanenfeldzüge des Drusus.
 11 v. Chr. Die Chatten führen Krieg gegen die Sugambern. Erste Erwähnung der "Chatti" durch die Römer.
 10 v. Chr. Drusus marschiert ins Chattenland ein.
 9 v. Chr. Drusus zieht durch chattisches Gebiet und dringt bis zu den Sueben an der Elbe vor. Auf der Rückreise fällt er vom Pferd und stirbt.
 9 v. Chr. Die Markomannen verlassen das von den Römern bedrängte Maingebiet und lassen sich in Böhmen nieder.
 8 v. Chr. Germania capta! Germanien gilt als römischen Provinz und die Kriege in Germanien gelten offiziell als beendet.
 8 v. Chr. Armin kommt im Rahmen von cheruskisch-römischen Verhandlungen nach Rom.
 8/7 v. Chr. Tiberius in Germanien.

 
1. Jahrhundert n. Chr.

 Ca. 1 n. Chr. L. Domitius Ahenobarbus überquert die Elbe. Seine Reise begann an der Donau, er durchquerte vermutlich chattisches Gebiet.
 1 - 6 n. Chr. Unruhen in Germanien. Aufstand der Cherusker, Chatten, Brukterer und anderer Flachlandstämme.
 4-6 n. Chr. Unruhen vom Heer Tiberius niedergeschlagen. Er unterwirft die Chatten und Brukterer erneut und schließt Freundschaftsverträge. Unter Tiberus dient Arminius als Tribun.
 6 n. Chr. Zangenoperation des Tiberius. Sentius Saturnius führt ein Heer von Mainz aus nach Böhmen gegen die Markomannen und durchquert dabei chattisches Gebiet.
 6/7 n. Chr. -
 9 n. Chr.
P. Quinctilius Varus Statthalter in Germanien. Versuch der Romanisierung und Einführung von Verwaltung und Steuerpflicht.
 7 n. Chr. Armin kehrt, wohl auf Grund des Todes seines Vaters Sigimerus, nach Germanien zurück und organisiert als ein Fürst der Cherusker die germanischen Stämme gegen die Römer. Flavus, Armins Bruder, verbleibt im Dienste Roms.
 9 n. Chr. Niederlage des Varus im saltus Teutoburgiensis. Unter der Führung des Arminius vernichten Cherusker, Chatten, Marser und Brukterer die 17., 18., 19. Legion, drei Reiter- und sechs Infanterieeinheiten.
 9 n. Chr. Armin entführt Thusnelda, die Tochter des romfreundlichen Cherusker-Fürsten Segestes.
 10 -12 n. Chr.  Reorganisation der Rheinfront durch Tiberius.
 13 -16 n. Chr. Germanicus (Germanicus Iulius Caesar; 15 v.Chr.-19 n.Chr.), Sohn des Drusus, Statthalter in Gallien und Oberbefehlshaber der Truppen am Rhein.
 14 -37 n. Chr. Regierungszeit des Kaisers Tiberius.
 15 n. Chr. Feldzug des Germanicus in Germanien. Germanicus besucht den Ort der Varus-Niederlage. Schlacht bei Idistavisio (am Angrivarierwall). Rückmarsch. Abberufung des Germanicus. Der Rhein wird erneut zur Grenze des Imperium Romanum. Im Jahre 15 wird Mattium an der Adrana, der Hauptort der Chatten, im Rachefeldzug restlos zerstört. Die Römer finden nur die Jugend der Chatten vor, denn das Hauptheer kämpft bei Cheruskern.
 15 n. Chr. Die Chatten beteiligen sich am Bürgerkrieg der Cherusker auf Seiten Armins. Armins Heer umzingelt die Burg des Segestes. Segestes wird von Germanicus befreit und ebenso nimmt Germanicus die schwangere Thusnelda gefangen.
 16 n. Chr. Legat C. Silius fällt gleich zweimal in chattisches Gebiet ein und erbeutet die Tochter des chattischen Adeligen Arpus.
 16 n. Chr. An der Weser kommt es zu einem fast handgreiflichen Wortgefecht zwischen dem romtreuen Flavus und dessen Bruder Arminius.
 17 n. Chr. Arminius besiegt den Markomannenkönig Marbod, der sich Rom gegenüber neutral verhielt.
 17 n. Chr. Thusnelda, Gattin des Arminius, und ihr in Gefangenschaft geborener Sohn Thumelicus werden am 26.05. im Triumphzug der Germanicus durch Rom geführt. Auch chattische Adelige werden im Triumph vorgeführt: Die Frau des Segithank, der "Priester" Libes sowie Ramis, die Tocher des Chattenfürsten Ukromerus. Noch im gleichen Jahr verstirbt Germanicus.
 19 n. Chr. Der chattische Adelige Adgandestrius macht dem Senat brieflich den Vorschlag Arminius zu ermorden, wenn man ihm Gift schicke. Der Senat lehnt ab.
 19 n. Chr.  Arminius wird von seinen Verwandten hinterlistig ermordet. Die Markomannen geraten zunehmend unter römischen Einfluss.
 37 - 41 n. Chr. Caligula (Gaius Caesar Augustus Germanicus; 12-41 n. Chr.), Sohn des Germanicus, ist römischer Kaiser. Chattenfeldzug, Sieg (40-41 n. Chr.). Zurückeroberung des letzten der in der Varusschlacht verlorenen Legionsadler (durch P. Gabinius Secundus, Oberbefehlshaber der Truppen in Niedergermanien).
 41 - 54 n. Chr.  Claudius (Tib. Claudius Nero Germanicus; 10 v.Chr.-54 n. Chr.), jüngerer Bruder des Germanicus, wird römischer Kaiser. Ausbau der Fernverkehrsstraßen von Italien an die Donau.
 47 n. Chr. Italicus wird von den Römern in Überkunft mit den Cheruskern als König der Cherusker eingesetzt. Er ist der Sohn des Flavus und der Tochter des Chattenfürsten Aktumerus.
 54 -68 n. Chr. Nero (Nero Claudius Caesar) römischer Kaiser. Selbstmord des Nero (68 n. Chr.).
 58 n. Chr. Die Chatten erleiden eine Niederlage gegen die Hermunduren. Die beiden Stämme streiten um einen Salzfluss, womöglich die Werra.
 nach 58 n. Chr. Die Chatten weisen die Amsivarier ab, die in ihrem Gebiet siedeln möchten.
 69 -79 n. Chr. Vespasian (Titus Flavius Vespasianus) römischer Kaiser.
 69-70 n. Chr. Die Chatten nutzen den Bataveraufstand um Mainz zusammen mit Mattiaker und Usipeten zu belagern; Mainz wird von drei Legionen unter Dillius Vocula entsetzt.
 81-96 n. Chr. Domitian (Titus Flavius Domitianus) römischer Kaiser.
 83 u. 85 n. Chr. Von Obergermanien aus erobert Domitian rechtsrheinisches Gebiet, das spätere Dekumatenland (agri decumates). Die Chatten verlieren im sogenannten Chattenkrieg die Wetterau endgültig an Rom. Die Chatten unter die Gegner des romfreundlichen Cheruskerkönigs Chariomerus.
 83 n .Chr. Errichtung des Limes. Die Mattiaker werden Bundesgnossen Roms und von den Steuern befreit.
 98 n. Chr. Tacitus verfasst die "Germania".

 
2. - 8. Jahrhundert n. Chr.

 117-138  n. Chr. Hadrian (Publius Aelius Hadrianus) römischer Kaiser. Er lässt den Limes weiter ausbauen.
 161 -181 n. Chr. Marc Aurel (Marcus Aurelius Antonius) römischer Kaiser.
 162 n. Chr. Die Chatten fallen in Obergermanien und Rätien ein.
 167-180 n. Chr. Die Markomannenkriege des Marc Aurel.
 170/71 n. Chr. Die Chatten nutzen die Schwäche Roms und plündern die Provinz Belgica.
 Ca. 200 n. Chr. Etwa um diese Zeit muss die Runenschrift, das ältere Futhark, vollständig entwickelt gewesen sein.
 213 n. Chr. Kaiser Caracalla zieht gegen die Alemannen und kämpft gegen die Chatten nahe am Main.
 231. n Chr. Einfall der Chatten.
 233 n. Chr. Gemeinsam mit den Alemannen fallen die Chatten im Dekumatenland ein und verheeren es.
 234/235 n. Chr. Die Kaiser Alexander Severus und Maximinius Thrax führen Feldzüge in Germanien, die unter anderem die Chatten treffen.
 240 n. Chr. Erste Erwähnungen der Franken, einem Zusammenschluss mehrerer kleiner west-germanischer Stämme.
 258 n. Chr. Erste Erwähnung der salischen Franken.
 259/60 n. Chr. Die Alemannen stürmen den Limes.
 258 n. Chr. Die Franken erobern westrheinisches Gebiet.
zw. 297 u. 320
n. Chr.
Die geographische Liste des Laterculus Veronensis verzeichnet die Chatten zwischen Brukterer und "Burgunziones".
 358 n. Chr. Kaiser Julianus erkennt die ins Land der Bataver eingefallenen Salier als Siedler im Imperium an.
 375 n. Chr. Die Hunnen vernichten das Reich der Ostgoten an der Krim. Die große "Völkerwanderung" beginnt.
 392 n. Chr. Arbogast, ein fränkischer Föderat Roms, berichtet, dass die Chatten den Feldzug gegen mehrere fränkische Kleinkönige von den Bergkuppen aus beobachtet hätten.
  476 n. Chr. Romulus Augustulus, der letzte weströmische Kaiser, wird durch den Skiren Odovaker abgesetzt. Odovaker wird König von Italien.
 481-511 n. Chr. Chlodwig I. König der Franken.
 486 n. Chr. Die Franken erobern das Reich des Syagrius. Ganz Gallien ist nun in germanischer Hand.
 497 oder 498
 n. Chr.
König Chlodwig tritt zum katholischen Glauben über.
 531 n. Chr. Die Franken erobern das Thüringerreich. Das Gebiet der Chatten wird ohne Zwischenfälle durchzogen und scheint daher schon völlig der fränkischen Herrschaft unterworfen.
 714 -741 n. Chr. Karl Martell fränkischer Hausmeier unter merowingischen Königen. Er fördert die Mission des Bonifatius.
 ca. 700 n. Chr. Bei den deutschen Stämmen geht die Kenntnis der Runenschrift verloren.
 721 n. Chr. Der angelsächsische Benediktiner Winfrid Bonifatius erhält Hessen und Thürigen als Missionsgebiet.
 722 n. Chr. Der Angelsachse Bonifatius wird von Papst Gregor II. zum Missionbischof ohne festen Sitz geweiht.
 723 n. Chr. Bonifatius fällt die dem Donar geweihte Eiche bei Geismar. Aus dem Holz dieses Baumes wird eine Kapelle errichtet; sie ist die Vorgängerin des Fritzlarer Domes. Er gründet das Kloster Geismar.
 738 n. Chr. Bonifatius erhält den päpstlichen Brief im pagus Hessorum ein Bistum zu gründen.
 741/742 n. Chr. Bonifatius gründet, die Stammesbistümer Büraberg und Erfurt für Hessen und Thüringer.
 741 -768 n. Chr. Pippin, der erste König der Franken aus karolingischem Haus.
 744 n. Chr. Sturmius gründet im Auftrag des Bonifatius das Kloster Fulda.
 745 n. Chr. Bonifatius wird Bischof von Mainz. Die beiden Stammesbistümer werden der Mainzer Diözese unterstellt.
 747 n. Chr. Der spätere Kaiser Karl der Große wird geboren.
 754 n. Chr. Bonifatius wird von den Friesen erschlagen.

 
 

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