Namengestaltung
In Erédia, Lawegon, Armathan, den Ländern im Osten und sogar in vielen Winkeln
des Sulthanats Nordalisien wird bekanntlich die drakkmannische Sprache
gesprochen. Diese wird im Rollenspiel aus praktischen Gründen mit dem
Neuhochdeutsch oder neuhochdeutschen Mundarten wiedergegeben. Dem Sanskrit,
Mandarin, Sindarin oder gar dem Französischen entnommene Namen wirken unter
deutschen Muttersprachlern recht exotisch, was im Gegensatz zur relativen
Unscheinbarkeit gemeiner Erédier steht. Obendrein sind exotische Namen nur
schwer oder gar fehlerhaft auszusprechen und den meisten passierenden Spielern
fällt es schwer sich einen solchen Zungenbrecher zu merken. Aus diesen Gründen
sind unter Erédiern, Lawegoniern und anderen Untertanen drakkmannischer Reiche
nur Namen häufig, die auch im deutschen Sprachraum verbreitet sind oder als
Variationen gebräuchlicher Namen gebildet wurden. Hierbei sollte auf einen
altmodischen bis mittelalterlichen Klang geachtet werden wie ihn zum Beispiel
Erasmus oder Heinrich haben. Namen, die erst in jüngerer Zeit Fremdsprachen
entlehnt wurden, sollten hingegen tunlichst vermieden werden.
Unter den travischen Völkern wie den Tegelingern, Hasungern, den Steppenvölkern und den
Bewohner des Fürstentumes sind nur germanische Namen gebräuchlich. Vor allen
merowingische, gotische, skandinavische und wikingische Namen wie Chlodwig,
Theoderich, Hakon oder Thorgerd sind verbreitet. In Alisien werden Namen
arabische, pseudoarabische oder wenigstens orientalisch klingende Namen
verwendet, nur unter echten Friedrichsteinern werden auch Namen des deutschen
Sprachraumes verwendet. Die Orks der wilden Lande bevorzugen einfache Rufnamen,
die zumeist mit Krieg, Essen, Pömp und anderen orkischen Notwendigkeiten zu tun
haben. Die ältesten deutschen Namen sind germanischer Herkunft. Germanische Vornamen
sind zumeist zweigliedrig. Bei Otto, Hugo und Kurt handelt es sich um Kurzformen
von Audobehrt, Hugberht und Kuonrat. Bei einigen germanischen Namen wie
Gottfried, Eberhart und Hartmut lässt sich bei genauerer Betrachtung sogar die
Bedeutung erahnen. Die beiden Glieder germanischer Namen sind grundsätzlich
ersetzbar. So existieren beispielsweise Siegfried, Siegmund, Sieghart und
Sieglinde oder auch Eckbert, Herbert, Hubert und Robert. Wie man hoffentlich
erkennt sind die Glieder leicht zu kombinieren, sodass Namen wie Siegbert und
Eckhard entstehen. Das zweite Glied bestimmt das Geschlecht eines Namens.
-bald,
-bert, -hart sind zum Beispiel männlich und -swind, -lind und -hild weiblich.
Ferner existieren weibliche Formen männlicher Vornamen wie Wilhelmine, Elfriede
oder Karla.
| Siegfried |
Sieghelm |
Sieghard |
Siegbert |
Siegrich |
Siegwart |
Siegbald |
| Wilfried |
Wilhelm |
Wilhard |
Wilbert |
Wilrich |
Wilwart |
Wilbald |
| Harifried |
Harihelm |
Harihard |
Haribert |
Harrich |
Hariwart |
Haribald |
| Eckfried |
Eckhelm |
Eckhard |
Eckbert |
Eckerich |
Eckwart |
Eckbald |
| Ulifried |
Ulhelm |
Ulihard |
Ulbert |
Ulrich |
Uliwart |
Ulibald |
| Gottfried |
Gotthelm |
Gotthard |
Gottbert |
Gottrich |
Gottwart |
Gottbald |
| Bernfried |
Bernhelm |
Bernhard |
Bernbert |
Bernrich |
Bernwart |
Bernbald |
| Hartfried |
Harthelm |
Harthard |
Hartbert |
Hartrich |
Hartwart |
Hartbald |
Gegebenfalls sollte man nicht sonderlich wohlklingende Kombinationen nicht
als Vornamen benutzen, aber ansonsten gilt bei der germanischen Vornamenbildung
freie Wahl. Sogar "Fantasynamen" mit Erédia-Hintergrund sind möglich. Von den
Göttern Sondth und Grold lassen sich zum Beispiel Sondthfried, Sondthbert,
Groldhard oder Groldhelm bilden. Auch im Zusammenhang mit der erédischen
Geografie lassen sich Namen wie Drakkhelm, Hasungebert oder Anderfried bilden.
Weit aus starrerer Natur sind die Namen lateinischer, griechischer oder
hebräischer Herkunft. Sie sind bei Traven und auch bei Adeligen unangebracht.
Unter den lateinischen Namen sind nur jene zu gebrauchen, die auch im deutschen
Sprachraum gebräuchlich sind oder waren. Besonders häufig sind lateinische
Namen, die ihre Endung verloren haben. Jakob, August, Klaus und Peter sind daher
im Gegensatz zu Jakobus, Augustus, Nikolaus und Pertrus relativ häufig. Reine
lateinische Namen wie Erasmus, Julius, Christopherus oder gar griechische wie
Hieronymus sind nur unter städtischen Bildungsbürgern und dem gebildeteren
Klerus des Südens gebräuchlich. Deutsche Namen biblischer Herkunft sind in
Erédia ebenfalls verbreitet. Zu ihnen zählen gebräuchliche Vornamen wie Jakob,
Benjamin, Johannes/Hans, Anna und Maria. Nachnamen sind in Erédia nicht überall verbreitet. Im Herzogtum Löwenstein,
Tegelingen, dem Fürstentum der Traven und den nördlichen Steppen sind sie nahezu
unbekannt. Allenfalls werden anstatt der Vornamen Konstruktionen wie Hillmars
Sohn oder von Tegelingen benutzt. Nachnamen werden nur dann benutzt, wenn sie
notwendig sind. Die Notwendigkeit besteht nur in größeren Ortschaften, wo schon
einmal zwei Marias und drei Dietrichs wohnen. In kleinen Dörfern sind Nachnamen
daher nicht flächendeckend verbreitet. Erbliche Nachnamen im heutigen Sinne sind
nur in den Städten weit verbreitet.
Alle Nachnamen entstanden aus Rufnamen, weshalb anstatt eines ererbten
Nachnamens auch ein persönlicher Rufname benutzt werden kann. Der Nachnamen
beziehungsweise der Rufname sollten nicht im Gegensatz zum Charakter stehen. So
sollte ein angesehener Patrizier zum Beispiel nicht Namen wie Bauer oder Müller
tragen. Die einfachsten Nachnamen bilden sich aus Vornamen. Häufig sind Variationen von
Wilhelms Sohn wie Wilhelmsen, Wilhelmson, Wilhelmen, Wilhemer oder schlicht
Wilhelm, die auch mit anderen Vornamen gebildet werden können. Diese Vornamen
deuten Verwandtschaftsbeziehungen an. Gleiche Bedeutung wie -son hat die Endung
-ing.
Der Adel verwendet ausschließlich Herkunftsnamen, sie werden aber auch vom
gemeinen Volk benutzt. Am einfachsten sind Bezeichnung wie von Elbenberg.
Varianten hiervon bilden Elbenberg und Elbenberger. Auch kleinere Lebensräume
können zur Namensbildung verwendet werden, wie es in vom Rathaus, aus der
Hintergasse oder Hinterwäldler der Fall ist.
Sehr häufig sind Berufsnamen wie Müller, Miller, Möller, Schmidt, Bauer, Töpfer,
Tischer, Zimmermann, Krämer und so weiter. Man beachte hier besonders heute
ausgestorbene Berufe wie Maier (Gutspächter), Lehmann (Lehnsmann), Huber
(Erblehenbauer), Gerber oder Wechsler.
Besonders witzig sind so genannte Übernamen wie Grauhaar, Zänker, Rechtschaft,
Lange, Fetter oder Suchenwirt, die auf besondere körperliche beziehungsweise
geistige Merkmale des Trägers hinweisen.
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