Magie in Erédia

 
In diesem Text soll weniger auf die Regelwerkanwendungen von Magie, sondern mehr auf den spielerischen Hintergrund der Magie in Erédia eingegangen werden, um dem Spieler zu helfen, sich in der erédischen Magiewelt zu Recht zu finden.
Wie schon vieler Orts angedeutet, ist die erédische Spielwelt eine Welt mit einer real-historischen Anlehnung und einer inneren Logik, in der es weniger auf Fantasy, sondern mehr auf den umfangreichen und realistisch zusammenhängenden Hintergrund ankommt. Durch diesen Grundsatz entstand eine komplexe, voll funktionierende Welt, in der das Volk die Masse des Landes darstellt und den Adel ernährt. Dies bietet unseren Spielern die Möglichkeit ein viel breiteres Spektrum an Charakteren zu bespielen, da das Spielen von normalen Menschen, wie Bauern und Handwerkern, aber auch einfachen Abenteurern genauso viel Spaß macht, wie das Spielen von "Standartcharakteren", z. B. Kriegern und Waldläufern, da sie die gleichen Möglichkeiten und Erfolgschancen am Plot mitzuwirken haben.
Aufgrund diesen Anspruches gestaltet sich die Integration von Magie in unser Land als schwierig, weswegen wir uns entscheiden, die Magie in ihrer Häufigkeit und Antreffbarkeit zu beschränken. Diese Reduktion, die der Magie wieder die Eigenschaft des Besonderen verleiht, ist in unserem Land verankert.

Wer bereits als Magier Erédia besucht hat, hat eventuell mit der gemeinen Landbevölkerung seine Erfahrung gemacht und überlegt sich sicherlich ein zweites Mal, ob er noch mal in Erédia öffentlich Magie wirkt. Da es vom gedanklichen Hintergrund keine Magier in den Dörfern und Städten gibt (zumindest offiziell nicht), hat das gemeine Volk keine Erfahrung im Umgang mit Magie. Vermischt mit allerlei Aberglauben, Vorurteilen und Göttererfurcht reagiert das Volk oft sehr ängstlich, wenn es mitbekommt, dass Magie gewirkt wird. Dann kann es entweder passieren, dass sich jeder ängstlich verkriecht oder, was auch passieren kann, es bildet sich ein wütender Mopp, der den entlarvten Magier vertreibt. In Extremfällen, wenn also der Magier großen Schaden angerichtet hat, kommt es auch vor, dass er öffentlich verbrannt wird.
Deswegen sollte man als Magier oder Charakter, welcher in Verdacht geraten könnte mit dunklen Mächten in Verbindung zu stehen, sich zwei Mal überlegen, ob man in der Öffentlichkeit Magie wirkt.
Dies gilt jedoch nur für das gemeine Volk Erédias. Von den Abenteurern kann man ausgehen, dass sie mehr von der Welt gesehen haben und somit vielleicht mehr Erfahrung mit Magie gemacht haben, aber wer will sich darauf schon verlassen?

Grundsätzlich sollte man als Magie bewanderter Charakter, der in der erédischen Welt spielen will, erst mal die Lokalität, das Verhalten der Bevölkerung und deren Herkunft und Stand beurteilen, bevor man Magie wirkt. Beispielsweise wird es womöglich einem Jäger aus Morgenend wenig verwundern, wenn ein Elbe seinen Kameraden mit einem Heilungszauber nach einem Jagdunfall verarztet, da dieser Jäger sehr wahrscheinlich schon Kontakt mit der elbischen Kultur und deren Magie gemacht hat. Auch wird es einen viel gereisten Händler, der schon so manches Abenteuer mit gemacht hat, nicht erschrecken, wenn in einer Taverne ein Magier einen trunkenen Zwerg mit einem Schlafzauber davon abhält, ständig Beleidigungen gegen den Magier auszusprechen.
Anders verhält es sich, wenn man in ländliche Gegenden kommt, die vor allem für ihre konservative Einstellung und die Abneigung gegen alles Unbekannte und Neue bekannt sind und dort in Kontakt mit der gemeinen Arbeiter- und Bauernschicht tritt. So ist es nicht ratsam in einem Dorf in Forkenburg während des Tavernenbesuchs zu versuchen seine Reisekasse aufzufüllen, indem man mit den Anwesenden wettet, man könne den Tisch ohne ihn anzufassen von der einen in die andere Ecke bewegen. Denn wenn sich dann der Tisch auf wundersame Weise dann ganz langsam schwebend im Raum vorwärts bewegt, muss damit gerechnet werden, dass man kurzer Hand als Hexer denunziert wird, mit bösen Mächten in Verbindung stehen soll und schlicht aus dem Dorf vertrieben wird. Diese Reaktion könnte in Anderporth im Herzogtum Garvensburg schon ganz anders aussehen, da hier schon so manche zwielichtige Gestalt in den Tavernen am Hafen eingekehrt ist und diese voll mit allerlei ungewöhnlichen und fadenscheinigen Gesindel sind.

Bei all dem sollte sich ein Magier in Erédia jedoch gewiss sein: Sobald er mit seiner Magie Schaden anrichtet oder die Auswirkungen als Bedrohung gedeutet werden könnten, muss er damit rechnen angegriffen und getötet zu werden.  So ist es nicht ratsam auf dem vollen Hohenhewner Marktplatz einen Beutelschneider, der ertappt wurde und nun mit seinem Dolch auf den Magier losgeht, diesen mit einem Feuerball von zwei Metern Durchmesser zu vertreiben. Dies könnte fatale Folgen haben, auch wenn vorerst jeder panisch flüchtet, denn man sollte davon ausgehen, dass sich schon ein Mopp bilden wird, der den mutmaßlichen Angreifer lunchen will.

Zum Schluss bleibt nur zu sagen, dass es weder verboten ist einen Magier zu spielen, noch jeder Erédier einen Hass gegen Magier hat und diesen sofort töten will. Wenn man eine logische Beurteilung der Rahmenlage und dem kulturell-gesellschaftlichen Zusammenhang durchführt, muss kein Magier damit rechnen sofort ermordet zu werden, sobald er erédischen Boden betritt. Vielmehr sollte der Spieler eines Magiers es eher als Herausforderung ansehen, in einem Land wie Erédia einen Magier zu spielen, schließlich bietet das Umfeld viele neue Impulse für ein interessantes Spiel, die ein Land, in dem Magie zur Normalität gehört, nicht bieten kann.

 

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