Die Vorgeschichte

 

Höret, Höret !

ich Khalef Achmed ibn Hamam al Hassan möchte folgendes mitteilen:

Nahe meiner Niederlassung unweit von Nebelstein sollen, so habe ich vernommen, große Reichtümer und Schätze verborgen sein. Diesen glücklichen Umstand erfuhr ich durch die stets der Forschung verschriebene, westéredische Akademie zu Metzarum, deren Archäologen nach eingängiger Lektüre antiker Fragmente zu dem Schluss kamen, hier nun, westlich der Nebelberge, seien Relikte einer untergegangenen, hohen Zivilisation verborgen. Da dieses Land nun aber, allen Versuchen des Markgrafen trotzend, noch immer wild und gefährlich ist, mögen mir tollkühne Schatzsucher und tapfere Glücksritter für entsprechenden Obolus zur Seite stehen. Ich erhoffe nicht nur Schätze in Gold und Silber, sondern auch irdene und güldene Abbilder der Sonne der Kultur zu finden, die vor Äonen jene nun wilden Lande erstrahlen ließ, wie einst Alisien, als der strenge Lalialian, der erste unter den Propheten des heiligen Aldon, den Götzendienern mit seiner Sichel die Kehle durchschnitt. Jene Zeugnisse einer unverdorbenen, heute verlorenen Welt mögen dann zum höheren Ruhme Alisiens in Hal’lenabad zur Schau ausgestellt werden, damit die Kinder Aldons seine Größe erkennen mögen.

Auf gute Zusammenarbeit im Sinne der Forschung
Salamaleikum


In den unbekannten westlichen Weiten der wilden Lande liegt die Quelle des Anders verborgen. In den Wäldern der Orken und Oger zeigt er sich schon als bedeutender Fluss. Schließlich durchbricht er die hohen Nebelberge und fließt ostwärts durch die Länder der Menschen. Seit beinahe drei Jahrhunderten bildet der Ander nun schon die natürliche Grenze zwischen dem Königreich Erédia und Alisien.

Vor langer Zeit fielen die Alisier in das ehemals erédische Herzogtum Friedrichstein ein. Ihr Sulthan machte sich Macht und Land des Herzogs zu Eigen und brachte der alteingesessenen Bevölkerung einen neuen Glauben. Nach mehreren Generationen widerstreben noch immer einige wenige dem Alisiertum, da sie etwa insgeheim an den alten, nun verbotenen erédischen Göttern festhalten oder gar dem beinahe schon vergessenen und freilich toten Herzog die Treue halten. Ohne Zweifel streben diese restaurativen Kräfte, vereint in der Volksfront Freies Friedrichstein, nach der Widererrichtung des Herzogtums.
Der Bund der alten Herzugtümer nördlich des Anders, also das Königreich Erédia, halten seit geraumer Zeit Frieden mit den Alisiern, obwohl sie von alters her Bundesgenossen der Friedrichsteiner waren. Statt die Alisier zurückzudrängen, besetzte der erédische König Iandal III. einen Teil der Wilden Lande, die neue Westmark, die nie zu Erédia gehört hatte und lediglich von Orks und anderen Widerlichkeiten bewohnt wird.

In dieser unwirtlichen Gegend errichtete der tollkühne erédische Handelsherr Eusebius Garvensburger vor beinahe zwei Jahren einen Handelposten. Nach einigen misslichen Geschäften mit den Orksippen der näheren Umgebung, verkaufte er jedoch seine mitten im Orkland gelegene Niederlassung an den ehrenwerten alisischen Kaufmann Khalef Achemd ibn Hamam al Hassan, dem das Ansehen bei der alisischen Oberschicht mindestens genauso wichtig ist wie der wirtschaftliche Erfolg seines Unternehmens.

 

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