Die Vorgeschichte
Vor kurzem im Drachentöter zu
Friedeslar wurdet ihr zufällig und unbeabsichtigt Zeuge eines Gespräches
zwischen zwei zwielichtig aussehenden Gestalten. Beide, wohl travischer
Herkunft, machten weder den Eindruck einem ordentlichen Tagewerk nachzugehen,
noch sich hier in hehrer Absicht zu treffen. Da sie nur unweit von euch entfernt
saßen, kamt ihr nicht umhin, ihren rauen Stimmen zu lauschen:
Der Rechte: “...und da wusstest du doch ganz genau, dass dem so nicht
beizukommen war. Aber du konntest ja nicht davon ablassen...“
Der Linke: “Jetzt fang doch nicht schon wieder damit an. Dass der nach dem
Schlag noch stehen konnte... da wäre doch jeder Ochse aus den Latschen
gekippt... Aber du weißt, wir sind hier aus einem anderen Grund“
Der Rechte: “Ja dann erzähl doch endlich. Du warst doch erst vor kurzem in
diesem dreckigen Kaff in Löwenstein - wie hieß das noch? - was hast du denn
erfahren?“
Nun senkten sie ihre Stimmen zu einem erregten Flüstern. Eure Geldkatze fest in
der Hand haltend, rücktet ihr ihnen auf eurer Bank ein wenig entgegen:
Der Linke: “Altdwergenheim heißt das. Und ich sag dir, das wär was für uns. Der
fette Hildebrandt sucht nen Ding und bezahlt gut, wenn’s einer findet“
Der Rechte: “Was denn für nen Ding? Und was zahlt er?“
Der Linke: “Soll so was wie eine kleine Figur sein. Und wenn wir die finden,
zahlt er nen Dutzend Thaler! Aber so versoffen wie der immer ist, lässt sich da
bestimmt noch mehr raus holen.“
Der Rechte: “Ein Dutzend Thaler! Und wo ist der Haken?“
Der Linke: “Kein Haken. Das Ding soll in der Steppe liegen.“
Der Rechte: “Was, kein Haken? Du weißt, wie groß diese verfluchte Steppe...“
Der Linke: “Wart’s erst mal ab. Es soll in den Ruinen eines alten Weilers zu
finden sein. Dort in der Nähe, wo dieses Steppenvolk sich gerade niederlässt, es
hängt doch hier ein Aushang rum, wo die zu ´nem Fest einladen. Sollte nicht
schwer sein, dort als Gast aufzutauchen und sich ein wenig umzuschauen.“
Der Rechte: “Hört sich noch leicht verdientem Geld an.“
Der Linke: “Du sagst es! Wir sollten dafür sorgen, dass nicht mehr allzu viele
den Weg dorthin finden.“
Ihr wart wohl etwas zu auffällig näher gerückt, denn auf einmal schaute euch
einer der Beiden mit einem bohrenden Blick an. Gerade, als euch die
Ausweglosigkeit dieser Lage bewusst wurde, schallte die laute Stimme des Wirtes
von der Theke zu euch herüber: „Ihr da, wollt ihr noch ein Bier?“ Ihr
antwortetet mit einem lauten Ja, standet rasch auf und gingt zur Theke: “Ich
dachte, ihr würdet gar nicht mehr fragen!“. Nachdem ihr hastig euer Bier
getrunken hattet und dem Wirt eure Zeche zahltet, machtet ihr euch auf, die
Taverne zu verlassen. Am Ausgang saht ihr an einem Brett folgenden Aushang
angeschlagen:
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Höret, Höret !
Ich, Egbert der Besonnene, Sohn des Eghardt Isenhamr, Nachfahre Eckwards des
Begründers der Sippe der Eckwardinger aus dem Geschlecht Siltos, der seinem Volk
nach ewig langer Wanderschaft den Boden für eine Zeit der Ruhe und
Sesshaftigkeit bereitet, führe meine Sippe mit dem Beginn des Tages in ein neues
Leben. Um diesem schicksalhaften Tag nun angemessen Tribut zu zollen, lade ich
alle friedfertigen Völker zu einem den Göttern wohlgefälligen Opferfeste ein, an
welchem das in Strömen fließende Blut der Schlachttiere die neubesiedelte
Scholle rot färbe und die Göttin Erthra das Korn sprießen lasse zum Wohlstand
und Zufriedenheit aller.
Das Fest zur Gründung unseres Dorfes soll beginnen am Morgen des
5. Tages des Sondth im Jahr der lieblichen Wiesen. Ihr erreicht
den Ort des Festes, wenn ihr über Leuenfels das Herzogtum Löwenstein bereist und
euch dort bei Burghasungen in Richtung der Steppen wendet. Schilder werden den
Weg weisen.
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