Conbericht
So, hier ist er endlich, der
langersehnte SL-Conbericht von mir über unser erstes LARP
vom 11. bis 13. August auf dem Falkenstein:
Der ganze Spaß begann an einem wunderschönen, sonnigen
Sommertag, nämlich am Freitag, den 11. August. Nachdem ich
endlich aus der Schule kam und eine Winzigkleinigkeit
gegessen hatte, eilte ich sofort ins Museum, um dort unsere hölzernen
Runensteine "einzusacken". Leider waren sie noch nicht
ganz getrocknet, beziehungsweise die Abtönfarbe, mit der ich
sie am Vortag noch eiligst überpinselt hatte. Na ja, sie
klebten ein bisschen zusammen. Außerdem vollendete ich noch
den "Wappenfetzen", der später noch gebraucht werden würde. Mit
diesen Utensilien bepackt kam ich nach einiger Zeit wieder zuhause
an, wo ich noch "nebenbei" das Regelwerk ausdruckte
und mein Zeug zusammenpackte. Da ich natürlich unendlich
viel Zeit dazu hatte und nur vor einer Viertelstunde schon an
meinem Startpunkt hätte sein müssen, vergaß ich die Hälfte und
die andere auch. Zwischendurch zwängte ich mich in mein Kostüm
und schließlich kam auch Kristina, die mit uns fahren
sollte.
Wir fuhren dann auch. Und zwar erst Kristina zu ihrem Startpunkt.
Eine relativ große Menge Menschen hatte sich dort schon
versammelt. Auf halbem Ohr bekam ich noch mit, dass einige
schon oben waren, weil sie tragen halfen. Dann setzte mich meine
Mutter an meinem Startpunkt ab. Außer Ralf war niemand da. Er
wollte schon gleich hochgehen. Ich wollte das aber nicht,
immerhin hatten wir es ursprünglich anders geplant. Aber
Ralf wusste davon logischerweise nichts und stiefelte deshalb
frohen Mutes den Berg hinauf. Schade schade, das mit dem
Einchecken schien nicht ganz so zu funktionieren, wie wir es
gerne wollten. Ich telephonierte erst mal mit Kai H. und
berichtete, dass Ralf bisher der einzige wäre, der da war. Dass
Benjamin, Nils und Flo schon längst da gewesen waren, wusste ich
zu diesem Zeitpunkt leider noch nicht, da diese die glorreiche
Idee hatten, mir mit einem in Nils' Auto deponierten Zettel
mitzuteilen, dass sie schon hochgegangen waren. Natürlich
hatte ich den Zettel nicht gelesen, schließlich schaue ich
nicht, wenn ich an einem Waldparkplatz rumstehe, durch die Heckscheiben
aller dort parkenden Fahrzeuge, in der Hoffnung, dort eine an mich gerichtete
Botschaft vorzufinden. Auf diese Idee kam ich erst, nachdem ich
eine geraume Zeit (hab leider keine Uhr) dort herumgesessen
hatte und von gelegentlich vorbeiflanierenden Wanderern mit
fragenden Blicken bedacht worden war. Zu diesem Zeitpunkt,
die Sonne stand schon ziemlich tief, beschloss auch der Akku
meines Mobiltelephons, seinen Geist aufzugeben, da ich mehrmals
bei Kai H. angerufen hatte, um zu erfahren, wie lang ich noch
an diesem abwechslungsreichen Waldparkplatz ausharren müsste.
Endlich wurde ich von Kai H. abgeholt, nachdem Alex, der dies
anscheinend tun sollte, ebendies vergessen hatte.
Als ich endlich auf dem Falkenstein ankam, nachdem ich noch ein
paar Dachlatten hinaufgeschleppt hatte, wurde es nun schon
langsam dunkel und wir wollten unsere in wochenlanger Arbeit
ausgedachte Story (verdammt, ein Anglizismus) in Gang kriegen.
Die Spieler waren nun endlich an einem Startpunkt versammelt,
nachdem sie vorher fleißig aufbauen geholfen hatten und
sollten, nachdem ein Startsignal gegeben wurde, auf den
Falkenstein wandern. Da ich als königlicher Gesandter etwas
später als die Spieler eintreffen sollte, musste ich mich
irgendwo im Wald verstecken, denn unser ursprünglicher Plan
mit verschiedenen Startpunkten konnte natürlich nicht mehr
realisiert werden. So stand ich dann wieder im Wald und wartete
auf ein Signal, dass da nicht kommen wollte. Dummerweise wurde es
mit der Zeit ziemlich dunkel und da ich immer noch kein
Signal gehört hatte, hechtete ich mal eben schnell auf den
Falkenstein und lieh mir eine Laterne.
Ich weiß nicht mehr, wie lange ich dann noch herumgestanden
hatte, aber schließlich hörte ich endlich Stimmen und nach
kurzer Zeit kam jemand durch den Wald auf mich zugepoltert.
Ich dachte schon, die Spieler hätten mein Licht gesehen und
wollten nun Dinge ergründen, die sie ja eigentlich gar nicht ergründen
sollten. Es war aber nur Kai H., der mir mitteilte, ich sollte
noch ein wenig warten und dann ebenfalls hochkommen.
Das tat ich dann auch, schließlich war mir langweilig und ich
hatte Hunger. Eigentlich war geplant, dass ich die Burg
betrete und ganz bestürzt ausrufe, wo die Arbeiter hinseien.
Allerdings hätte mich niemand gehört, da zu dieser späten Stunde
alle in der zur Taverne umfunktionierten Grillhütte saßen und
schon kräftig am Zechen waren. Also betrat ich ebenfalls die
Taverne und fragte, wo die Arbeiter wohl wären. Das war das
Zeichen für den Wirt, über die vergangenen Tage auf der
Baustelle zu erzählen. Irgendwie soll ich dann noch verkündet haben,
dass alles, was an diesem Abend verzehrt wird, vom König bezahlt
würde. Der Abend wurde immer lustiger, besonders als unser Narr
begann, ein Lied über eine Prinzessin und ihre Haarbürste
zu singen (ich würde den Text gerne hier wiedergeben, aber
er war einfach zu lang, als dass ich ihm mir hätte merken können).
Am nächsten Morgen fuhr die SL, also Kai H., Jonas und ich zu Kai
H. nach Hause, um die Charakterbogen auszufüllen, den beiden
die Elfenohren anzukleben und um noch ein paar benötigte
Dinge zu holen, unter anderem gehörte dazu auch ein gut gefüllter
Topf mit Linsensuppe, von dem noch öfters die Rede sein wird. Es
dauerte für meinen Geschmack viel zu lang, bis die Bogen ausgefüllt
waren und ich war leicht besorgt über die Situation auf dem
Falkenstein, denn schließlich war keiner von der SL mehr
dort oben.
Als wir endlich wieder im LARP-Gebiet angekommen waren, machten
wir uns sogleich mit unserem Topf und den restlichen Sachen
auf den Weg in Richtung Falkenstein. Unterwegs wollten wir
noch ein paar Hinweise auf einem Hügel verstecken, doch dann
kamen uns ein paar Spieler entgegen. Sie sagten, sie seien auf der
Suche nach einem kinderfressenden Monster. Es dauerte eine
ganze Weile, bis wir sie wieder los waren und die Hinweise
auslegen konnten. Den Topf mit der Suppe stellten wir neben
Alex' Auto, damit er später hochgetragen werden würde. Als wir
dann endlich wieder auf dem Falkenstein waren, stellte sich
heraus, daß Alex zusammen mit den NSCs einen Räuberüberfall
durchgeführt hatte, um die Spieler zu beschäftigen.
Nun mussten wir versuchen, die Story wieder anzukurbeln, was nicht
auf Anhieb gelang. Schließlich hatten wir die Spieler
irgendwann soweit, daß sie sich an dem Hügel umsahen. Sie
fanden auch unsere Hinweise und versuchten sich einen Reim
darauf zu machen. Allerdings wurde es einigen sehr bald recht
langweilig, weil die Story nicht so recht laufen wollte und
immer wieder Pausen entstanden, da uns schon eingeplante NSCs
fehlten und wir nicht genügend Zeit hatten, verschiedene
Dinge vorzubereiten. Dazu gehörte auch die verlassene Brunnenbaustelle,
die Kai H. noch schnell aushob, was zum Glück nur einer der Spieler
mitbekam. Als dann der Hinweis auf den Brunnenbau gegeben wurde, begannen
die Spieler, dort zu graben. Da aber gerade das die Ursache für
das Verschwinden der Arbeiter war, durften sie auf keinen
Fall weitergraben. Ich sagte, der König wäre bestimmt
hocherfreut, wenn er wüsste, dass sie den Brunnen für ihn
ausheben. Es wirkte viel besser, als ich erwartet hatte, den die
Spieler gaben ihre Graberei auf.
Irgendwann war es dann soweit, da wir unsere Runensuche beginnen
konnten. Kai H., Jonas, Alex und Jojo, unser Universal-NSC,
machten sich auf den Weg um alles vorzubereiten. Nils und Kai
L., die beiden einzigen Spieler, die sich nicht am Outtimegequatsche
der Gelangweilten beteiligten, wollten kurze Zeit später ebenfalls
aufbrechen, um die kleine Hütte an der Altenburg, die wir als
zweite Taverne eingerichtet hatten, nochmals zu untersuchen.
Ich war ein wenig nervös, da ich nicht wusste, wie weit die
anderen mit den Vorbereitungen waren. Zum Glück hatte Nils
noch Hunger und ließ sich von Marco, unserem Koch, einen "McWulfila" zubereiten,
was einige Zeit dauerte. Als sie dann losliefen, ging ich mit, da ich
keine Lust hatte, mit den Gelangweilten auf der Burg zu bleiben.
Außerdem wollte ich so viel Zeit wie möglich schinden, denn
es war immer noch keine Nachricht von den anderen
eingetroffen.
Wir machten uns schließlich auf den Weg zur Altenburg. Marco war
auch mitgekommen. Schließlich kamen wir an die Hütte und
ich hoffte, dass alles schon fertig war. Es war, denn als wir
hineinsahen, saß Jojo da und hustete. Fast wäre alles
schiefgegangen, denn sie wollten ihn abstechen und hatten auch
Jonas, der sich im Wald versteckt hielt, zu früh bemerkt.
Doch dann ließen sie Jojo doch noch seine Geschichte erzählen
und Jonas konnte seinen Stummzauber anwenden und die Spieler
über die Begebenheiten am Falkenstein aufklären und schließlich
auf die Suche nach einigen magischen Artefakten schicken, mit
denen die dämonischen Mächte, die durch den Brunnenbau
freigesetzt worden waren, gebannt werden konnten.
Als erstes sollten wir zum Ehrwürdigen des Gipfels und ein Rätsel
lösen (allerdings keins mit Olympia-Weichmacher). Ab da
begann es sogar für mich interessant zu werden. Zwar kannte
ich die Story, aber Kai H. und Jonas hatten ein paar Dinge geändert,
da es sonst mit der Zeit knapp geworden wäre. Die erste Überraschung
war der Ehrwürdige, denn ich hatte Jojo erwartet und nicht Felix. Die
drei anderen versuchten, dass Rätsel zu lösen, allerdings
schaffte es erst Nils. Wir bekamen die erste Rune und gingen
weiter zum Moor. Kai H. kam uns entgegen und führte uns zum
Moor. Da kam uns Alex als fahrender Händler schreiend
entgegen und warnte uns vor einem Unhold. Wir gingen trotzdem zu
dem Tümpel, der uns als Moor diente, als uns bereits das
Monster angriff. Es dauerte eine ganze Weile, bis wir es
besiegt hatten, was wohl zum Teil auch daran lag, dass es von
Jojo gespielt wurde. Dann gingen wir daran, das Artefakt zu
suchen. Als erstes fand jemand ein undefinierbares Fellbündel
und die Spieler dachten schon, es wäre das Artefakt. Dass es
sich dabei eigentlich um einen Runenstein hätte handeln sollen,
hatten sie wohl im Eifer des Gefechts vergessen. Schließlich
stellte sich aber heraus, dass das Fundstück nur die Fellmütze
des Monsters war. Nach einiger Zeit wurde die richtige Rune
endlich im Moor entdeckt. Nachdem alle Wunden verbunden worden waren,
gingen wir zurück zur Straße. Zusammen mit Flo, der uns
entgegengekommen war, wanderten wir zurück zum Falkenstein.
Inzwischen hatten die Spieler auch herausbekommen, wo sich die
dritte Rune befand, nämlich beim Tavernenbesitzer. Nach
einer kleinen Unterhaltung holte dieser eine kleine Truhe, in der
sich die Rune sowie ein paar Heiltränke befanden. Nachdem für
mich keiner mehr übrig war, musste ich mich vom Heiler behandeln
lassen.
Schließlich brachen alle zusammen auf, um den magischen Stab zu
holen. Dieser gehörte einem großen Zauberer, der, welch
Wunder, von Jojo gespielt wurde. Es war schon stockdunkel,
als wir an dem Hochstand, den wir als Magierturm deklariert
hatten, ankamen. Der Zauberer hatte dummerweise einen Schutzkreis
um seinen Turm errichtet, weshalb man nichts tun konnte.
Jonas ging planmäßig k.o., so dass die Spieler nun selbst
etwas unternehmen mussten. Schließlich kam es zu einem
Zweikampf zwischen Nils und dem Zauberer, den Nils natürlich
gewann (was wäre ein Con ohne Happy End?). Marco hielt es
dann noch für nötig, Jojos Gesicht in die Brennesseln zu drücken.
Schließlich zogen alle wieder singend auf den Berg zurück.
Dort sollte dann das große Endritual stattfinden, für das eigens
der "Block mit Loch" geschaffen worden war. Jonas
war der zuständige Magier. Alle standen gespannt herum,
besonders ich, weil ich auf Flos Gesicht gespannt war, wenn die Rune
der Fadenscheinigkeit erwähnt würde. Leider kam es nicht dazu,
weil Jonas alle vier Runen umbenannt hatte (dabei hatte die
Namensgebung einen großen Teil der Vorbereitungszeit
gekostet). Ein paar tolle Knalleffekte unterstrichen die sowieso
schon dramatische Wirkung des Rituals.
Anschließend wurde noch ausgiebig gefeiert, wobei auch die schon
erwähnte Linsensuppe nicht unbeachtet blieb. Sie schmeckte
zwar etwas säuerlich und ich überlegte heftig, ob sauer nun
für Gifte der Stufe 1 oder 2 stand. Schließlich entschied
ich für mich durch SL-Beschluss, dass das Gift wirkungslos sei.
Nach einem Geburtstagsständchen für mich (ja, ich bin älter
geworden, auch wenn's keiner glauben mag) gingen alle langsam
schlafen. Allerdings war die Nacht nicht für alle so
angenehm, mich eingeschlossen. Das Gift hatte wohl doch eine
Wirkung, wenn auch eine andere als im Regelwerk vorgesehen.
Wie sich am nächsten Tag rausstellte, war die gute
Linsensuppe, während sie friedlich neben Alex' Auto auf
Abholung wartete, ein wenig gegoren.
Von der großen Aufräumaktion am Sonntagmorgen bekam ich nicht
viel mit, weil ich bis mittags schlief und mich von der Nacht
erholte. Nachdem ich auch noch einer Autowaschaktion
beiwohnen musste, fuhren Alex, Marco und ich endlich nach Hause. Ich
war froh, denn mir war immer noch übel, außerdem konnte ich so
den Großen Preis von Ungarn noch sehen. Dummerweise habe ich
den Start verpasst, weil ich Geschenke ausgepackt und Kuchen
gegessen habe, und den Zieleinlauf, weil ich nach kurzer Zeit
vor dem Fernseher eingeschlafen bin.
Tja, das war mein erster Conbericht von meinem ersten Mal als
Spielleiter bei meinem ersten Con. Falls ihr auch so eine
Dummheit begehen wollt, kann ich euch nur drei Tipps geben:
Plant kein Con an einem Formeleinswochenende!
Verlasst euch nie auf Mobiltelephone (für Neudeutsche: Handys)!
Bietet niemals Linsensuppe an!
von Steffen Albracht

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