Der Grenzwächter Bail Trimbold

 
Bail Trimbold wurde vor 22 Jahren als Sohn eines freien Jägers im Lande Erédia geboren. Er, seine zwei Brüder und zwei Schwestern wuchsen in armen, aber glücklichen Verhältnissen auf. Bails ältester Bruder, Brin, trat in das erédische Militär ein, als Bail noch keine 15 Jahre alt war. Brin war schon immer Bails großes Vorbild gewesen und für ihn gab es nichts schöneres als die Stunden in welchen seine Mutter die Briefe vorlas, welche Brin ihnen schrieb. Eines Monats aber gab es keine neuen Briefe mehr, die man hätte vorlesen können, denn Brin war während einer Lagerwache von niederträchtigen Lawegoniern erstochen worden.
Diese Nachricht versetzte der Seele Bails eine tiefe Wunde der Trauer, Wut und des Schmerzes. Er verwarf seine Pläne, auch der Armee beizutreten sowie es sein Bruder tat, und zog sich in den Lehren seines Vaters zurück, des Jägers. Bail gab sich der Kunst der Jagd und den Leben in den Wäldern mit Leib und Seele hin und stand seinem Vater schließlich im Umgang mit dem Bogen und beim Schleichen in nichts nach.

Eines Wintertages, war Bail auf ein Neues in den Wäldern und folgte der Spur eines Bären. Als Bail nach mehreren Stunden endlich zu dem Bären aufgeschlossen hatte, versuchte er ihn zu erlegen. Nachdem der Bär den zweiten Pfeil in der Brust stecken hatte, dachte Bail sein Werk wäre vollbracht, doch er irrte. Der Bär, dessen Kräfte vom Todeskampf gestärkt wurden, erfasst Bail, als dieser gerade mit seinem Dolch versucht den Todesstoß zu setzten, und verletzte ihn tödlich. Ohne Hoffnung lag Bail auf dem eisigen Waldboden und das Blut rann aus einer großen Wunde. Doch nachdem einige Stunden vergangen waren, spürte Bail wie er erneut von innerer Kraft erfüllt wurde, zwar brannten seine Wunden wie Feuer und sein Körper war kalt wie Eis, doch seine Wunden hatten sich selbst soweit geschlossen, dass er nicht verblutet war. Unter größten Mühen und mit dem Fieber des Wundbrandes im Leib, schaffte Bail es mit letzter Kraft zurück in die Jagdhütte seiner Familie.
Die Familie Bails konnte nicht begreifen was es mit diesem Ereignis auf sich hatte und verständigten mit dem bisschen Geld das sie hatten, einen Medikus. Dieser sollte, nachdem Bail genesen war, herausfinden an welchem wundersamen Umstand er leidete. Heraus stellte sich das Bail eine seltene Gabe besitzt die seine Wunden schneller Heilen lässt als bei gewöhnlichen Menschen.

Durch den Medikus erfuhr auch der örtliche Herzog davon, da dieser immer nach solchen besonderen Leuten sucht, sei es sie zu verbrennen oder ihr Talent auszunutzen, befahl er Bail Trimbold umgehend ihn aufzusuchen. Der Herzog machte Bail nach beiderseitigem Einverständnis zu einem der wenigen Grenzwächter Erédias. Diese Grenzwachen patroulieren am Rande des Reiches und Sorgen dafür, dass Wesen und Menschen aus Lawegon oder sogar den wilden Landen nicht über die Grenze kommen, wo sie ihr Unwesen treiben könnten. Bail verrichtet diese Pflicht jetzt erst seit zwei Jahren, ist aber durch seine ansehnlichen Erfolge Lawegonier zu vertreiben schon recht erfahren. Er geniest die Ruhe in den Wäldern und ist mit Ausnahme weniger Beamten nur sich selbst verantwortlich. Seine Ziele in der Zukunft sind es aber aus dem Schatten des Waldes hervorzutreten und Gutes zu tun, für sich selbst und wenn das Schicksal es will auch für Erédia.

 

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