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Den Göttern zur Huld
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Wie die Drakkmannen sprachen,
sei fernerhin gesprochen,
die Sitten sie nie brachen,
soll'n bleiben ungebrochen.
Man kennt so manche Ehrentat
und mannig fruchtbar Schaffen,
doch schuftet ihr auch früh und spat,
es bleibt im Geiste fragend klaffen:
War dies der Recken Übermut?
Wahrlich nicht, es war wohl Glück.
Oh nein, es war Tioris Zornesglut!
Wehe, mein Sohn und trete zurück!
Die Unsterblichen sollst du preisen,
drum spreche diese alten Weisen:
Die einleitende Strophe
Vordermals in fernen Tagen,
gingen Götter unter uns,
davon sprechen alte Sagen,
doch nun sind sie wohl über uns.
Höret, höret von den Waltern,
die lenken Stern und Glieder,
von Anfang an, seit vielen Altern,
davon erzählen diese Lieder.
Preiset die ewigen Geschlechter,
huldigt der großen Weltenflechter!
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Die Strophe des Tiori
Tiori ist der Wolkenreiter,
Njordeen heißt sein Pferd.
Doch ist das Wetter heiter,
macht der Gott nun kehrt.
Denn wo himmlische Gefilde
blau und sonnig nun erstrahlen,
da ist schon lange fort Tioris Gilde.
Anderswo will er nun prahlen,
denn er will nur jene strafen,
die dem Gotte längst vergessen,
die mit Sünden um sich warfen.
Jene, die nur haben wenig Essen,
schenkt er Pferde-Nüstern-Dampf,
nur mit Regen wirkt der Erthra Kraft.
Er hilft den Gerechten im Kampf
und schenkte Madga Zaubersaft.
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Die Strophe der Ilva
Ilvas Kraut heilt gar die Pest,
Ilvas Trank macht jeden gesund,
Ilvas Hand, die heilt den Rest,
doch ihr Zorn schließt deinen Mund.
Ein langes Leben schenkt sie denen,
die sich ihren Künsten gerne weihen.
Die Menschen, die Ilva erwähnen,
denen will sie ihre Kräfte leihen.
Weit hinein reicht ihr Wissen
in die Ewigkeit der Welten.
Der Weise darf sie niemals missen,
sonst ist machtvoll er nur selten.
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Die Strophe des Dail
Hörst du im Traume laute Rufe,
und schwinden Kraft und Verstand,
so stehst du schon auf der Stufe
zu Dails Reich tief unterm Sand.
Er gibt und nimmt uns allen alles,
und webt am großen Weltenplan,
straft und lohnt im Fall des Falles,
schon zur Geburt kennt er unsre Bahn.
Sein sind das Schicksal und der Tod,
wir lauschen ihm und verstehen nicht.
Doch sind wir wirklich in der Not,
so hörn wir, was sein Seher spricht.
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Die Strophe des Vigar
Hinter edelschwarzen Pferden
hängt Vigars schneller Wagen,
der ist der schnellste stets auf Erden,
und Vigar lässt sich auf ihm tragen.
Stets fährt er zu den Heereszügen
mit dem alten Travenvolke,
dann kommt er den Himmel pflügen,
es schwindet plötzlich jede Wolke.
Auf das Schwert vom holden Ritter
fällt dann Vigars heller Schein,
dieser kämpft dann wie Gewitter
zuweilen noch im Mondenschein. |
Die Strophe der Soniana
Im düster dunkelgrünem Tann,
wo sich Hirsche selten plagen,
da erblickt man dann und wann,
Soniana nach den Hirschen jagen.
Gehüllt in ein Kleid aus Buchenlaub,
schleudert sie ihre Gertenlanze,
eine Hirschkuh fällt tot in den Staub,
doch schnell kommt im neuem Glanze
erneut ein lieblich Kalb zur Welt.
Alle Tiere sie in alter Zeit ersann,
doch schenkt sie sie auch jenem Held,
denn nennt man großen Jägersmann.
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Die Strophe der Erthra
Siehst du mal die Blumen sprießen,
oder Hühner große Eier legen,
dort läßt Erthra sich ergießen,
sie will alles Leben hegen.
Sie hängt Beeren an den Busch,
und setzt den Ähren Körner ein,
weiht und segnet jeden Husch,
denn daraus werden Kinderlein.
Wartest du lange auf nen Sohn,
dann geh in Erthras Tempel,
und unterlasse jeden Hohn,
danach mach laut Gerempel. |
Die Strophe des Sondth
Sein sind Wein und Frucht und Ernte,
groß ist sein Fest und laut ist sein Gesang,
Tod und Ernst sind für ihn Entfernte,
so ist Sondth, zum Met hat er Hang.
Oft ist er vom Weine benebelt,
unter die Menschen geht er dann,
und die sind dann von ihm geknebelt,
sie müssen dann trinken, was er ersann,
denn er verführt sie mit Liedgut
zu Weibern, Bier und Speisen,
so mancher starb im Übermut,
doch jene sind die Weisen.
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Die Strophe des Aedari
Ewig schmeckt der Ander frisch,
doch Gold liegt in ihm nicht oft,
und immer schwimmt der Fisch,
das ist was Aedari hofft.
Er ist der Herr der Wässer,
und lebt in Gischt und Algen,
den Fisch, den kennt er besser,
als jene, die sich zu Schiffe balgen
in seinen kaltem, feuchtem Reich.
Nimmer mehr schickt er die Flut,
und verderben kann der Deich
wenn wir ihm danken viel und gut. |
Die Strophe des Silto
Dort wo die rote Feuersglut
aus alten Bergen langsam rinnt,
ist des Herrn Silto Heim und Gut,
wo er manche Werkzeuge ersinnt,
dort schmiedet er aus Grolds Steinen
den Göttern Schwerter und Ringe,
von Erzen nimmt er nur die Feinen,
und schafft noch andre gute Dinge.
Sein Hammer ist groß und doch zart,
und ist der Meister jeder Zunft,
er lehrte Handwerk aller Art,
sein Werk hat alles übertrumpft.
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Die Strophe der Kianna
Heiß glüht der Menschen Ofen,
man muss nicht um Wärme zanken,
am Herd kochen junge Zofen,
dafür sollst du Kianna danken.
Sie ist die Herrin jener Flamme,
die laut brutzeln läßt die Pfanne,
wenn in ihr liegt die Ferkelwamme,
auch erwärmt sie eure Wanne.
Oh, Sterbliche wie arm wärt ihr?
Ihr fröret, wenn Grold wütet,
roh würdet ihr speisen gleich dem Tier.
Gut, dass sie die Öfen hütet! |
Die Strophe des Grold
Jenseits aller Tannenwipfel,
ist ein tiefes, schwarzes Loch,
unter diesem kaltem Gipfel,
dort lebt Grold auch heute noch.
Er durchwühlt der Erde Gebein,
er kennt weder Mond noch Sonne,
er mag Erze, Gold und Edelstein,
und hat am Winter seine Wonne.
Gefrieren lässt er unsern Ander,
der Chi-Ta suhlt in seinem Schnee,
doch schützt er, wenn ich wander,
und läßt den Bergmann ohne Weh.
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Die Strophe des Milux
Schlau ist er wie ein Fuchs,
auch wie er flink und gerissen,
ja so ist dein Herr, Milux.
Wie die Krämer lange wissen,
schützt er Laden und auch Wagen,
er ist jedem Handel hold,
bis sie alle nichts mehr tragen,
als Berge von Silber und Gold.
Er schützt die gierigen Blicke.
Auch Reichtum, Prunk und Geld,
er seinen Dienern schicke,
zu Krämer, Gaukler, Dieb und Held. |
Die Strophe der Leann
So grausig ist ihr Richterfluch,
und trotzdem ist sie nur gerecht.
Ihrer Kinder buntes Leinentuch
bedeckt schon lang das Weltgeflecht.
Leann heißt sie, trägt ein Schwert,
und auch das steinerne Gesetz,
niemals macht sie vor Unrecht kehrt,
deshalb ein jeder sie nun schätz.
Selbst jene, die am Galgen hängen,
erkennen ihre große Macht,
nun könn' sie nichts bedrängen,
und das ist ihre göttlich Pracht.
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Die Strophe der Erinn
In den Fugen hält sie unsre Welt,
sie ist der grünen Wiesen Herrin,
Sonianas Tuch hat sie erwählt,
man nennt die hohe Göttin Erinn.
Bei Saat und Ernte sollst du flehen
zu Erinn, der Fürstin von Kleie und Klee,
auf ihrem Boden musst du stehen,
sie duldet uns ganz ohne Weh.
Ein Pflug mag ihr nicht schaden,
doch denke beim Ackern stets an sie,
versinken werden deine Waden,
wenn du der Erinn opferst nie. |
Die Strophe der Lunnas
Bei des Tages hellen Stunden
hoch hinauf zum Himmel blickend,
hat leicht ein jeder sie gefunden,
das warme Licht ist recht erquickend.
Ihr Kleid ist gar vom reinsten Gold,
allein ihr Streit hat mehr Gewicht,
die Mondfrau war ihr selten hold,
deshalb verfolgt sich nun das Licht.
Lunnas ist die blendende Sonne,
ihr dankt ein jeder, der am Tage
erfreuet sich in heller Wonne,
verschont vor Alp- und Marenplage.
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Die Strophe der Fionn
Fionn ist die Quell der Zeiten,
Monat, Mond und Dämmerung,
am Himmel sieht man helles Gleiten,
in Teichen nur die Schimmerung.
Des Gestirnes silbrig Glänzen,
weist die Pilger in der Nacht,
sie zeigt zu alten Sternenkränzen,
erweckt im Boden alte Macht.
Die Eulen hört man rufen,
die Sonne sieht man fliehn,
hinauf die tiefen Stufen
sieht man die Ahnen ziehn.
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Die Strophe der Solwinn
Bei Lorbeer- und bei Eichenlaub,
bei Kelch und Siegerkronen,
bei ihr ist fern der Erdenstaub,
sie wird auch euch belohnen.
Solwinn soll uns Kunde bringen,
vom Ruhm aus alten Tagen,
von Farnhilms Tat und Madgas Ringen,
von Helden, Göttern, Sagen.
Zu Füßen leg man ihr die Kränze,
zu Ehren ihrer großen Tat!
Ruhm wird man ernten viele Lenze,
doch von Solwinn stammt die Saat. |
Die Strophe der Tricia
Ihr soll gelten größte Minne,
dem schönsten aller Gotteskinder,
heimlich Schöne, verborgne Sinne
verschlagen die Sprache ihrem Finder.
Sie ist das Kind von Saat und Ernte,
ist Frau Erthras nächster Spross,
selbst Zeit und Leid sind ihr Entfernte
in ihrem güldnen, fernen Schloss.
So mancher mag die Maid nun suchen,
und finden nichts als Trauer und auch Tod,
doch soll man Tricia nun nicht fluchen,
man soll ihr flehn und opfern purpurrot.
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Die letzte
Strophe
Bei Ilvas hohem Geiste,
und Vigars heilig Wüten,
Schuster nimm nun deine Leiste,
die Götter wollen's dir vergüten.
Treue schwörn sie den Getreuen,
und Züchtigung den Zuchtlosen,
heut erhörn sie eure Reuen,
schützen euch vor Blitz und Tosen.
Huld und Ehre dieser Großmut,
die ihm Pantheon erschienen!
Bei der Travenvölker Blut
den Göttern wolln wir dienen! |
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