Der drakkmannische Klerus
Kapitel 6:
Die Rubenianer-Bruderschaft
Die Bruderschaft der Rubenianer beruft sich auf den Prophet Ruben von Fridislar,
der die mysthische Bruderschaft gründete. Die Rubenianer pflegen einen
ekstatischen Mysterienkult um Sondth, aufbauend auf dem Mythos von Sondths Tod
und Wiedergeburt. Im Rausch glauben sie nicht nur an Tag-und-Nacht-Gleichen und
Sonnenwenden die geistige Vereinigung mit Sondth zu erleben. Die meisten ihrer
Riten sind geheim. Um an den Mysterien teilzunehmen, muss man das Gelübde
ablegen und für immer bei den Brüdern bleiben. Im Grunde wird daher nicht
zwischen Mönchen und Novizen sondern zwischen Mönchen und Gästen unterschieden.
Die Bruderschaft ist weniger starr aufgebaut als die anderen drakkmannischen
Orden. So wählen die Mönche ihren Abt etwa nicht auf Lebenszeit, sondern
wechseln das Amt jährlich. Im Grunde berufen auch sie sich auch die Regeln des
gescheiten Stephanus, wenn gleich sie durchaus Ausnahmen machen. So verzichten
die Mönche keineswegs auf maßlose Trinkgelage, sondern sehen diese im Gegenteil
als Teil ihres Gelübdes. Das Kommando im Kloster führt auch nicht so sehr der
Abt sondern viel mehr der Kellermeister, beziehungsweise der Winzermeister oder
der Braumeister, je nach Jahreszeit. Die Mönche legen auf Gelehrsamkeit keinen
all zu großen Wert, lediglich das Kelter- und Brauhandwerk halten sie neben
Wein- und Ackerbau hoch.
Das Kloster in Fridislar ist der Ursprung des Ordens. Hier gründete der Fridislarer Prophet Ruben mit einigen verlorenen Spießbürgern, die nach ihm
benannte Bruderschaft. Ruben sah sich von Sondth berufen und offenbarte den
Mysterienkult. Bald schon erfreute sich dieser großer Beliebtheit, sodass Ruben
in Anlehnung an die Ordensregeln des gescheiten Stephanus die Bruderschaft der
Rubenianer ins Leben rief. Da die Mönche beim Eintritt jeglichen Besitz dem
Kloster spendeten, waren die Rubenianer bald in der Lage einige Ländereien, vor
allem Weinberge in Underfried zu erwerben. Das Kloster selbst befindet sich
jedoch in Fridislar. Nur widerwillig erkannte der Pontifex Maximus die
Rubenianer als ebenbürtige Kleriker an und ließ es sich zum Ärger der Rubenianer
nicht nehmen das Kloster persönlich zu weihen.
Zum Kloster Carveningen gehören einige Weinberge und Äcker. Hierbei handelte es
sich um eine Stiftung des Herzogs von Garvensburg. Vor dem Ausbruch des
Pfaffenkrieges lockte Herzog Albert zahlreiche Mönche nach Carveningen, um durch
diese die etablierte Priesterschaft zu ersetzen. Um die Partei der Mönche weiter
zu stärken, stiftete er einen Teil seiner Länderein den Rubenianern von
Fridislar, die daraufhin dort ein Kloster einrichteten. Die Mönche mussten zwar
später des Richterspruchs König Iandals II. die Tempel wieder der der alten
Priesterschaft übergeben, doch die Rubenianer behielten ihr Kloster samt
zugehörigen Ländereien weiter in ihrem Besitz.
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