Der drakkmannische Klerus
Kapitel 4:
Der Orden der dreimalgroßen Ilva
Der älteste unter den Orden Erédias ist der Orden der dreimalgroßen Ilva. Er
wurde ihn Metzarum durch die Gelehrten der Akademie aufbauend auf den Lehren des
Karolus Erthra gegründet. Stephanus der Gescheite, der erste Abt, stellt die
berühmten Ordensregeln auf. Der Orden hat sich der Sammlung, Mehrung und
Bewahrung des Wissens in allen Fachrichtungen verschrieben. Auf ihn entfallen
die Klöster Metzarum, Rieda und Anderporth. Im Pfaffenkrieg spielte der Orden
der Ilva die entscheidene Rolle als Gegenspieler der Priesterschaft. Im Streit
mit dem Oberpriester der Ilva zu Istha entstand auch der jetzige Name des
Ordens. Um nicht mit dem Gegner verwechselt zu werden, nannten sich die
Bruderschaft Orden der dreimalgroßen Ilva, während die Priester in Istha ihr
Siechenhaus fortan Hospital der heiligen Ilva nannten.
Das Kloster Metzarum unterhält die Akademie für Gelehrte. Die unterrichtenden
Doktoren und Magister sind zum größten Teil Mönche des Ordens. An der Akademie
werden nicht nur die freien Künste unterrichtet sondern auch alle
Wissenschaften, vor allem Theologie, Juristerei, Medizin, Philosophie. Es steht
den Scholasten der Akademie frei Novize im Orden zu werden, doch trotzdem kann
sich der Orden komplett aus den Reihen der Gelehrten rekrutieren. Daher stammen
die Mönche des Klosters nicht nur aus Metzarum selbst sondern aus ganz Erédia
und seinen Nachbarländern. Der Abt von Metzarum gilt gemeinhin als der Primus
des Ordens, doch eigentlich ist er den anderen Äbten gleichgestellt. Ferner ist
der Abt von Metzarum aber der einzige Kleriker im Königreich der auch weltliche
Macht besitzt. Das Kloster von Metzarum ist mit Länderein und Pfründen
ausgestattet und hat eigene Gesetze, das akademische Recht. Das Kloster, die
Akademie und die zugehörigen Ländereien bilden ein reichsunmittelbares
Territorium und unterstehen direkt dem König, der jedoch keinen Einfluss auf die
Wahl des Abtes hat. Das Kloster Metzarum stellt auch den Kanzler des Reiches und
besetzt die gesamte Reichskanzlei mit ordinierten Schreibern, die auf der
Weidelsburg untergebracht sind und sich an der Wahl des Hohepriesters von
Weidelsburg beteiligen. Der Abt von Metzarum trägt derowegen den Titel des
Erzkanzlers und übt an Hoftagen gleich den Herzögen das Hofamt aus. Zum Kloster
gehört ein öffentliches Heiligtum, welches im Rang dem Tempel der Ilva von Istha
gleich steht.
Das Kloster der Ilva zu Rieda wurde von Herzog Hektor dem Großen gestiftet. Zum
Kloster gehören einige Ländereien und Pfründe. Die Mönche des Klosters
rekrutieren sich traditionell aus den zweitgeborenen Bauernsöhnen des Ortes. Die
meisten Mönche sind in der Landwirtschaft tätig, doch der Orden unterhält auch
eine öffentliche Schule und eine umfangreiche Bibliothek. Lang schon versucht
Rieda mit Metzarum zu konkurrieren, doch dies gelingt dem Kloster mitnichten.
Die Mönche betreiben auch hier höhere Studien, doch in Metzarum gelten sie als
Provinzler. Lediglich die Tatsache, dass sich allein im Ort Rieda
Bruchdruckereien befinden, hat dazu geführt, dass sich die Gelehrten von
Metzarum noch im steten Austausch mit Rieda befinden.
Das Kloster Anderporth ist noch recht jung. Im Grunde sind die Mönche noch mit
der Einrichtung beschäftigt. Der Orden in Rieda erwarb das ehemalige Lustschloß
mit Parkanlage durch das Ablasstestament eines Patriziers. Nun versuchen die
Mönche dort eine Schule und eine Bibliothek aufzubauen. Die Bürger Anderporths
halten jedoch wenig von Ilva und ihren Mönchen, was allerdings nicht im
Pfaffenkrieg begründet ist.
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