Der drakkmannische Klerus
Kapitel 1: Einleitung
Im gesamten Kreis der drakkmannischen Völker hat sich im Laufe der Jahrhunderte
ein Klerus herausgebildet. Man unterscheidet untern den Klerikern in der Regel
dreierlei, nämlich Priester, Mönche und Schamanen. Viele zählen die Schamanen
nicht zu den Klerikern, da sie nicht selten weder lesen noch schreiben können.
Überhaupt ist es so, dass das Schamanentum bei den Drakkmannen nicht üblich ist,
sondern hauptsächlich unter Traven verbreitet ist. In Löwenstein jedoch schätzt
man die Schamanen wie die Priester. In einigen Gegenden Erédias zählt man
wiederum die Mönche nicht zum ehrenwerten Klerus, da sie nicht in der
altdrakkmannischen Tradition verwurzelt sind. Gelegentlich werden ihnen in
Teilen Forkenburgs, Wattenbergs oder auch in Tegelingen sogar Verbindungen zur
Hexerei und zum Alisiertum unterstellt. Vaganten, nicht ordinierte Bettelmönche,
Eremiten und selbst berufene Propheten werden hingegen vom gesamten, etablierten
Klerus zu aller meist nicht für voll genommen oder gar für gleichwertig
erachtet, obwohl sie beim einfachen Volk nicht selten in hoher Achtung stehen.
Gerade die Irrungen des Pfaffenkrieges haben zur großen Spaltung des Klerus
geführt, was nicht selten zu Missgunst und Streit führt. Man kann also nicht
ohne weiteres von dem drakkmannischen Klerus sprechen. Ohnehin gab es schon
immer von Ort zu Ort unterschiedliche Kulte und überhaupt hat es in der
Vergangenheit nie eine einheitliche Lehre oder eine fest umschriebene und
geregelte Gesamtgemeinschaft gegeben, wenn gleich es den Klerikern vergangener,
glücklicherer Tage sicherlich leichter gefallen wäre, einen gemeinsamen Nenner
zu finden. Gerade die Einwanderung travischer Stämme in den Norden Erédias hat
dazu geführt, dass das Drakkamannische Pantheon, auf das sich der Klerus in der
Kaiserzeit einigte, an seiner Universalität verloren hat.
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