Der Norden Alisiens
(Das alte Herzogtum Friedrichsstein)
Die Region südlich des Anders war einst das
Herzogtum Friedrichsstein von Erédia, welches vor ungefähr 975 n. K. von den
Alisien erobert worden ist. Deswegen haben die Städte und Dörfer in der Region
immer noch drakkmannische Namen und einen Teil alterédischer Bevölkerung. Trotz
dieser Überbleibsel aus dem alten Erédia zieht der Ander eine Kulturgrenze. Die
Alisen haben in ihrer Herrschaft ihre Kultur und ihre Gesellschaft vollständig
in die eroberte Umgebung integriert. Die alisischen Eroberer von einst wussten
genau, wie sie das neue Land für immer an das Königreich binden konnten. Alle
Städte wurden in atemberaubender Geschwindigkeit und großer Kraftanstrengung
umgebaut und teilweiße sogar neu erbaut. In allen Städten wurden die Tempel der
Erédier zerstört und Wajene (alisische Tempel) errichtet. Denkmäler und Statuen
wurden abgerissen, die Bibliotheken wurden geschlossen und die Schriften
teilweise vernichtet oder weggeschafft. Nichts sollte mehr an die erédische
Vergangenheit erinnern.
Und die Alisen hatten Erfolg mit ihrem Vorgehen, denn abgesehen von einigen
wenigen Aufständen in der Anfangszeit der Besatzung, erinnert sich heute kaum
noch einer an die erédische Vergangenheit und nur an den Gesichtszügen mancher
Menschen erkennt man einen erédischen Vorfahren. Auf den Dörfern jedoch, wo die
Macht der Eroberer nicht ganz so stark zu spüren war, gibt es noch immer einige
Alte, welche die erédische Zunge beherrschen und den Kinder aus der alten Zeit
berichten. Geographisch ist das Land
im Norden und in der Mitte hügelig und bewaldet wie Erédia, jedoch flacht das
Land nach Süden weit ab und endet in einer weiten Steppe. Nach Westen
erstreckten sich die Wilden Lande, vor denen die Alisen genau so viel Respekt
haben wie die Erédier, nach Osten wird das Land feuchter und morastiger, dort
wird es vom Schwarzen Ander begrenzt. In der Mitte befindet sich das große
Mossen Gebirge. Es ist reich an Bodenschätzen und hat zum Reichtum der Region
beigetragen. Ebenso ein Grund für die gute Verfassung der Region ist das
fruchtbare Land, welches von den zahllosen Bauern bestellt wird.
Die Bevölkerung wohnt in drei großen Städten und mehreren Dörfern. Die größte
Stadt ist Groß Willingsgoth. Sie liegt unterhalb von Anderporth. Dort in der
Burg Friedrichsstein wohnten einst die Herzöge des Herzogtums. Heute wird von
dort der alisische Norden vom Sulthan beherrscht. Er ist der oberste Herrscher
über den Landesteil und untersteht direkt dem König.
(In der erédischen Sprache ist Alisien zwar ein Königreich und hat einen König,
doch die Alisien nennen ihn Marikthan.)
In Groß Willingsgoth schlägt das Herz des Nordens. Nicht nur, weil es von dort
regiert wird, sondern weil dort der größte Teil des Adels und der Reichen
wohnen. Dort herrscht ein reger Handel begünstigt durch die Anderfähre im
Norden, die direkt nach Anderporth führt. Die einstige Brücke von Groß
Willingsgoth nach Anderporth würde bei der Eroberung der Aliser durch Erèdia
zerstört, um das Eindringen der Eroberer in das Landesinnere zu verhindern. Groß
Willingsgoth ist eine der schönsten Städte dieser Welt, da die Häuser und
Gebäude der Stadt allesamt Kunstwerke sind und sich die Bewohner mit allerlei
Prunk umgeben.
Die anderen beiden Städte sind Evingoth und
Friedrichsruh, wo der Gründer des einstigen Herzogtums und damalige König
begraben liegt. Sie liegen nebeneinander unterhalb des Mossen Gebirges. Die
Städte sind die Portale in den Süden Alisiens und Leben vom Handel zwischen
Alisien und dem Norden. Die Armathan Handelsstraße führt direkt durch Evingoth
und schlängelt sich dann weiter nach Süden. Unterhalb der beiden Städte liegt
die Landsburg Feste. Sie ist die größte Festung in der Region. Sie war einst der
letzte Außenposten Erédias nach Süden und man glaubte, sie sei unbezwingbar, was
ihr auch den Spitznahmen "Fels" einbrachte. Doch die Geschichte belehrte die
Hochmütigen!
Im Westen unterhalb von Groß Willingsgoth liegt das kleine Nest Ebenhain. Eine
Straße führt durch das Dorf zur weiter südlich liegenden Lohenwarthe.
Nördlich des Mossen Gebirges liegt Wahberoth. Das Dorf besteht neben den Bauern
aus Arbeitern der Minen, Schmieden und Handwerkern.
Unterhalb von Friedeslar liegt die Kalbsburg. Geht man weiter auf der Armathan
Handelsstraße Richtung Süden kommt man in das Dorf Combeth was als Rastort für
Wanderer oder Händler auf dem Weg nach Süden oder Norden genutzt wird.
Richtung Nordosten gibt es noch die Falkenkopfwarthe und das Dorf Ostmark,
welches bei der Anderfähre nach Lawegon liegt. Die Straße, die durch das Dorf
führt, erreicht im Osten die lawegonische Stadt Minskja.
Der einzige befestigte Weg über den Ander nach Alisien ist die Anderbrücke in
Friedeslar. Das liegt daran, dass sowohl Erédia als auch Lawegon den Alisen
nicht trauen und immer noch Angst vor einem erneuten Übersetzen der Alisen
haben. Deshalb führen über den Ander auf direktem Weg nach Erédia und Lawegon
nur Fähren.
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