Grundsätze zum Gefecht
In den Grundsätzen zum Gefecht wird beschrieben, wie erédische Soldaten im
Gefecht vorgehen sollten. Diese Empfehlungen wurden erstellt aufgrund von
Erfahrungen während der Einsätze des Expeditionskorps (EEK).
Taktiken:
Man unterscheidet im Wesentlichen vier verschiedene Taktiken im Gefecht zu
Felde, welche da sind:
1. Der Angriff
2. Die Verteidigung
3. Rückzug
4. Rettung
1. Der Angriff
Der Angriff auf eine feindliche Stellung sollte stets immer gut durchdacht sein,
stellt er doch die Taktik dar, welche meist am schwierigsten durchführbar ist.
Da wäre zum einen der Angriff auf einen unterlegenen Feind. Bei einem
unterlegenen Feind ist der Angriff meist ohne erhebliche Risiken durchführbar.
Kann man doch den unterlegenen Feind schnell niederkämpfen und seine Stellung
nun die eigene nennen. Wenn der Feind unterlegen ist, sollte man stets diese
Taktik auswählen, da man in der Regel hierbei dem Feind den allergrößten Schaden
zufügen kann. Zur Demoralisierung des Gegners ist es in solchen Situationen
empfehlenswert, den Feind beim Angriff wahrlich niederzuschlachten. Falls man
die Stellung schnell räumen muss, zum Beispiel wenn Verstärkung für den Feind
anrückt, so wird dieser schnell erkennen, welch Massaker hier geschehen ist, und
fortan einen gewissen Respekt seinem Gegner zollen. Wenn die Stellung gehalten
werden soll oder keine Verstärkung anrückt, kann man ebenso einen Gegner am
Leben lassen, was denselben Effekt zufolge hat, wenn auch mit einer gewissen
zeitlichen Verzögerung. Doch Vorsicht ist geboten, da es auch oft so ausgehen
kann, dass man überheblich wird, und der Unterlegene Feind dann die Initiative
ergreifen kann um doch noch aus seiner misslichen Situation zu entkommen.
Wenn der Gegner in etwa gleichstark ist, so sollte man gut abwägen. Eventuell
ist dann der Angriff die falsche Entscheidung, Man wird dem Gegner zwar
sicherlich großen Schaden zufügen können, jedoch wird man dies in der Regel mit
einem fast genauso hohen Blutzoll bezahlen müssen. Im Wesentlichen hängt das von
der jeweils vorgefundenen Situation ab. Ein Angriff bietet sich an, wenn man den
Gegner überraschen kann. Ist dies gegeben, so kann man auch hier den Gegner
niederkämpfen, bevor er sich Formieren und Verteidigen kann. Falls der Gegner
jedoch wachsam ist, werden Dails Hallen in kurzer Zeit durch viele Soldaten
gefüllt werden, sowohl eigene, als auch feindliche. Ein erfahrener gleichstarker
Gegner wird auch keine wichtigen Teile seiner Stellung so ohne weiteres
preisgeben, es sei denn er versucht sich in einer Finte. Einem gleichstarken
Feind sollten immer nur eine Vielzahl kleinerer Wunden geschlagen werden, sodass
er schließlich an der Gesamtsumme seiner Beschädigungen unbeweglich wird und
schließlich zusammenbricht
Die letzte Form des Angriffes ist die, auf einen überlegenen Feind. Diese
Möglichkeit sollte immer nur dann gewählt werden, wenn es die am wenigsten
schlechteste Option ist. Ein überlegener Feind wird einem in der Regel stets
niederkämpfen. Es sei denn, es gelingt die feindlichen Reihen auseinander zu
ziehen. Falls man auf diese Art den Gegner zersplittert, gelingt es vielleicht
so viele Feinde niederzuschmettern, dass der Gegner entweder so geschwächt ist,
dass man ihn fortan als unterlegen betrachten kann, oder aber es gelingt ihn
solange hinzuhalten, bis die eigene Verstärkung eintrifft. Eine Vorhut wird sich
in aller Regel so verhalten.
Ob ein Gegner nun gleichstark, unter- oder überlegen ist, hängt nicht allein von
der personellen Stärke ab. Es ist auch wichtig zu betrachten, was für Waffen der
Feind benutzt. Führt er da vielleicht nur Schwert und Schild, oder stehen noch
Bogenschützen in seinen Diensten? Ist der Feind vielleicht verschanzt? Und über
was für Möglichkeiten verfügen meine eigenen Truppen?
2. Die Verteidigung
Die Verteidigung ist eine ebenso hohe Kunst, wie der Angriff. Ist die
Verteidigung gut durchdacht vermag auch ein von der Mannstärke her weit
unterlegener Gegner einen Angreifer zu widerstehen und ihn vielleicht sogar
empfindlich zu treffen.
Die Verteidigung gliedert sich genauso wie der Angriff. Verteidigung in
Unterzahl, Verteidigung bei etwa gleicher Stärke und schließlich Verteidigung in
Überzahl.
Das größte Problem bei der Verteidigung gegen einen überlegenen Gegner ist die
reine zahlenmäßige Überlegenheit. Allerdings setzt auch genau hier unsere
Verteidigung an. Man muss den Gegner daran hindern massiv in voller Stärke
anzugreifen. Eine Verteidigung auf offenem Feld gegen einen überlegenen Gegner
ist damit so ziemlich das Schlimmste was einer Einheit unseres glorreichen
Heeres passieren kann. Wenn ich damit rechnen muss mich gegen einen überlegenen
Feind zu verteidigen, sollte ich also Ebenen und Auen meiden. Wald und Gebirge
bieten sich dagegen an. Das Gelände allein vermindert hier also bereits den
feindlichen Vorteil. Eine weitere Vorgehensweise ist, den Feind niemals wissen
zu lassen, dass man unterlegen ist. Wenn der Feind von zeit zu Zeit eine Art
Phantom sehen würde, in unseren Wappenröcken, an Plätzen die verhältnismäßig
weit voneinander entfernt sind, wird bei ihm zwangsläufig der Verdacht
aufkommen, dass er eine wesentlich größere Streitmacht vor sich hat, als es
tatsächlich der Fall ist. Die eigene Stärke, oder Schwäche bleibt somit
verborgen. Falls das Gelände die oben erwähnten Vorteile nicht bieten sollte,
ist es empfehlenswert, durch handwerkliches Geschick Ersatz zu schaffen.
Speergruben, Schanzwerk und andere Fallen, ebenso wie das vernichten von Brücken
und das Unpassierbarmachen von Wegen und Furten werden den Feind aufhalten und
uns wertvolle Zeit geben, alles für seinen Empfang vorzubereiten.
Falls der Feind angreifen sollte, wenn die Kräfte ausgeglichen sind, ist er
entweder unglaublich dumm oder er hat die Lage fatal falsch eingeschätzt. Der
Angreifer hat gegenüber dem Verteidiger immer einige Nachteile. Der größte ist
wohl, dass der Verteidiger das Gelände vorbereiten kann. Schon so mancher Gegner
trieb ein Großteil seines Heeres in gar tödliche Fallen. Im Regelfall ist so ein
Angriff niemals zu erwarten, es sei denn der Gegner versucht eine Finte, also
ist immer Vorsicht geboten. Ein schneller Rückzug des Feindes deutet meist
darauf hin, dass unsere eigenen Kräfte aus ihrer Stellung gelockt werden sollen.
Der fast undenkbare Fall besteht darin, dass der Feind in Unterzahl angreift.
Ein solcher angriff zeugt von extremer Torheit, ist er doch in der Regel zum
scheitern verurteilt.
In allen Fällen gilt, sich strategisch klug zurückziehen zu können und den Feind
während des Rückzuges mit einem Pfeilhagel einzudecken. Besteht diese
Möglichkeit, werden die Reihen des Feindes mit jedem Rückzug der eigenen Truppen
ausgedünnt, da der Feind auf seinem Vormarsch keinerlei Deckung hat.
3. Rückzug
Der Rückzug wird von vielen Heerführern immer als die letzte
Möglichkeit genannt. Dabei bietet er einige wirklich wertvolle taktische
Möglichkeiten.
Man unterscheidet folgende Formen des Rückzuges:
Offen, geschlossen, gedeckt und getrennt.
Beim Offenen Rückzug, gehen die eigenen Leute in mittelbarer Reichweite von
einander entfernt. Er sollte gewählt werden, wenn noch Zeit besteht, bis zum
Feindkontakt. Eine Sichtverbindung sollte bestehen sein, um Befehle übermitteln
zu können und im Notfall einander helfen zu können. Der Vorteil liegt auf der
Hand. Der Feind kann schlecht die ganze Einheit überwältigen, da sie zu sehr
aufgesplittert ist. Eventuell muss er aber eigene herbe Verluste ertragen, da
unsere eigenen Leute schnell zu Hilfe kommen können.
Beim geschlossenen Rückzug, geht die ganze Einheit, wie es der Name schon sagt,
vom Gefechtsfeld. Diese Art sollte gewählt werden, wenn der Rückzug von
unmittelbarem Feindkontakt bedroht wird. Am besten ist, wenn der Rückzug hinter
einem Schildwall stattfindet, da dieser die unmittelbare Feindberührung
verhindern kann. Der geschlossene Rückzug bietet sich außerdem an, wenn infolge
von Kampfeinwirkungen, die Gruppe zu viele Ausfälle hat und damit den Kampf
kombinierter Waffen nicht mehr ausführen kann. In diesem Fall wäre ein Rückzug
klug. Besser einen Heiler erreichen, als die ganze Einheit zu verlieren.
Der gedeckte Rückzug ist eine sehr interessante Taktik. Das Prinzip bleibt dabei
immer dasselbe. Man zieht das Zentrum der eigenen Einheit zurück und greift mit
den verbliebenen Kräften an den Flanken an. Das Zentrum formiert sich neu und
greift dann wieder ins Kampfgeschehen ein. Wenn man die Sache noch ausbauen
will, dann postiert man an den Flanken zusätzliche Kräfte an Bogenschützen, um
den Feind den Vormarsch so blutig wie möglich zu gestalten. Wenn es möglich ist,
können die Flanken während des gegnerischen Vormarsches auch zuklappen. Man hat
so den gesamten Feind umschlossen. Die Vormarschformation des Feindes beinhaltet
in der Regel, dass die leichten Truppen sich eher hinten aufhalten, während die
Schweren vorne zu finden sind, da man ja im Normalfall den ersten Feindkontakt
von vorne hat. Doch diese Taktik ist eben nicht normal, da der Feind auf einmal
von allen Seiten angegriffen wird. Aus dieser Klemme gibt es kaum ein entrinnen.
Die vierte Form des Rückzuges ist der getrennte Rückzug. Im Klartext meint dies, Hals über Kopf flüchten. Falls es zu dieser Form des Rückzuges kommen
sollte, hat der Heerführer entscheidende Fehler gemacht. Diese Art des Rückzuges
kennzeichnet auch eine Niederlage vor dem Feind, die wir ja mit aller Kraft
verhindern wollen. Dieser Rückzug stellt sich deswegen als so dramatisch dar,
weil die eigenen Kräfte getrennt werden. Ein Zusammenwirken ist nicht mehr
möglich, eine Neuordnung der Kräfte beinahe ausgeschlossen. Die sinnvollste Art
die schwerwiegenden Folgen dieser Rückzugsart weitgehend zu vermeiden ist, einen
gemeinsamen Sammelpunkt festzulegen. Zum Beispiel eine Feste oder eine
Waldlichtung, die vom Gegner versteckt bleiben sollte. Dort hat man dann die
Möglichkeit sich neu zu gruppieren.
4. Rettung
Die Rettung stellt die komplizierteste aller Taktiken dar.
Ist sie doch eine Mischung aus allen drei vorher genannten Taktiken.
Im Normalfall ergibt sich die Anwendung einer Rettungstaktik daraus, dass der
Feind irgendetwas in seinen Besitz oder seinen Einflussbereich gebracht hat, was
für uns sehr wichtig ist. Sei es, dass es eine Person oder irgendeine Art von
Artefakt ist. Der Angriff findet zuerst statt auf die feindliche Stellung mit
dem zu rettenden Objekt. Die Verteidigung wird durchgeführt, um das zu rettende
Objekt und die eigenen Truppen vor weiterer Feindeinwirkung zu schützen, in der
Zeit, wo der Rückzug vorbereitet wird. Dieser ist nun auch der letzte Teil der
Rettung. Ein Rückzug in sicheres Gebiet.
Im Allgemeinen kann man nichts Genaues sagen wie eine Rettung durchgeführt
werden sollte, da es dabei vornehmlich auf die Situation ankommt, mit der uns
der Gegner konfrontiert. Allerdings gibt es einige Grundregeln, die man immer
beachten sollte. Als allererstes sollte man sich nach Möglichkeit Zeit nehmen um
den gesamten Einsatz zu planen. Eine überstürzte Rettung bringt nichts, wenn der
Feind unsere eigenen Leute erwischt, dann war der ganze Einsatz zwecklos. Die
Planung sollte auch noch einen Plan B umfassen, falls etwas schief läuft. Ebenso
wie Sammelpunkte und Rückzugsstellungen. Während des Einsatzes ist besonders
darauf zu achten die feindliche Aufmerksamkeit nicht zu erregen. Ein Feind der
nicht weiß dass ich da bin, stellt für mich auch absolut keine Bedrohung dar.
Aufgrund dessen sollte die Aktion so leise und schnell wie möglich von statten
gehen.
Gez.:
Victor Gustavsen
Truppmeister im EEK
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