Das Herzogtum
Weidelsberg
Das reichste und bedeutendste Herzogtum Erédias ist
Weidelsberg, denn hier liegt nicht nur Hohehewen, die größte Stadt des Landes,
sondern auch die mächtige Weidelsburg, die Sitz der Königs von Erédia. Das Land
ist meist hügelig; an der Westgrenze erheben sich jedoch die Nebelberge, in die,
von Niederweidelsberg aus, eine Passstraße in die Gebiete der Orks führt. Sie
beginnt in Hohenhewen und ist neben dem Anderdurchbruch bei Anderporth der
einzige Weg durch das Gebirge. Zwar wird sie selten benutzt, denn kaum ein
Mensch traut sich freiwillig in die wilden Lande, allerdings überschreiten öfter
Orks den Pass und kommen bis zu den Grenzposten an der Westgrenze oder manchmal
auch bis nach Hohehewen, wo sie ihre Felle und Wildbret gegen andere Waren wie
Waffen, Schnaps und Tand eintauschen.
Eine
weitere Straße zweigt in Hohenhewen von der „verlängerten Armathanstraße“ ab und
führt über den Marktflecken Greiffenstein und Istha ins Travenreich. Durch diese
zentrale Lage ist Hohenhewen in den letzten Jahrzehnten stark angewachsen und
ist derartig reich, dass man sich sogar eine Stadtbefestigung leisten kann. In
keiner anderen königlichen Reichsstadt hat die Herrschaft der Patrizier solche
Blüte erreicht. Der Bürgermeister der Stadt ist Silon Vandelmann, neben
Baumeister, Richter und Kämmerer vertreten dreizehn Ratsherren die Belange des
Bürgertums. In Hohenhewen befinden sich die berühmte Halle der Helden, ein Vigar
geweihtes Mausoleum. Hier sollen nicht nur der Reichsgründer König Iandal I.
sondern angeblich auch Drachentöter Klaus von Madga und die Notgestalten des
Pfaffenkrieges, Fürst Helmbrecht Einauge und Abt Stephanus der Stählerne,
bestattet sein. Der Tiori-Tempel ist einer der schönsten und prächtigsten im
ganzen Reich und zu ihm gehört auch das Kloster der Schwertbruderschaft mit dem
Sitz des Hochmeisters. Ansonsten gibt es auch für die meisten anderen Götter des
Pantheons eigene Tempel. Graf
Hessmar von Greiffenstein ist sowohl mit Greiffenstein als auch mit Limandor
belehnt. Als Residenz hat er freilich das wohlhabende Greiffenstein erwählt und
lässt das ärmliche Limandor durch einen zum Dorfschulzen bestimmten Meier
verwalten, denn Greiffenstein liegt an einer Handelsstraße, sodass sich dort
auch einige Händler und Handwerker angesiedelt haben. Limandor hingegen wird
gänzlich vom freien Bauernstand besiedelt. Viele meinen die Einwohner stammten
ursprünglich von den Travenvölkern im Norden ab, doch haben sie ihr Brauchtum
nahezu gänzlich den Erédiern angepasst. Lediglich das Orakel im Wald unweit von
Limandor lässt noch ihr verborgenes Traventum erahnen. Auf Grund ihrer
Abgelegenheit leben die Limandorer in ständiger Bedrohung durch die Orken der
Nebelberge und auch die Grenze zum Travenreich ist nicht immer sicher.
Im Dorf Tegelingen herrschen hingegen noch urzeitlichere Sitten, da die
Dorfbewohner sämtlich dem travischen Stamm der Tegelinger zuzurechnen sind.
Dieses Barbarenvolk siedelt zwar vor allem im Norden Weidelsbergs, doch einzelne
Sippe durchziehen mit ihren Herden auch das nahe Travenreich und sogar die
nördlichen Steppen. Geführt wird der Stamm durch einen Fürsten, der dem Herzog
von Weidelsberg ein Gefolgsmann ist. Der Fürst wird jedoch von einem Ältestenrat
des Stammes gewählt. Derzeitiger Fürst ist Folkahari, der jedoch auf der
Weidelsburg Volker von Tegelingen genannt wird. Im Pfaffenkrieg zogen sie
geführt von Fürst Helmbrecht Einauge gegen Metzarum, doch nun lebt der Stamm
eher friedlich und zurückgezogen, denen ihnen sind noch viele erédische Gesetze
und Sitten, insbesondere aber die geistlichen Orden, fremd.
Der Marktflecken Mutzlar ist durch die Nähe zur
Armathanstraße zu bescheidenen Wohlstand gekommen und besitzt derowegen auch ein
großen Dyonntempel. Der Ort ist dem Grafen Avan vom Sande zum Lehen gegeben.
Neben den Leibeigenen des Grafen leben dort sehr viele freie Bauern, Händler und
Handwerker.
Das Dorf Niederweidelsburg liegt in unmittelbarer Nähe der Königsburg und wird
daher auch von dort aus beherrscht. Hier finden sich die großen Besitzungen des
Herzogs von Weidelsberg mit zugehörigen Dienst- und Eigenleuten, aber auch
einige wohlhabende Meierhöfe und Werkstätten. Der junge Herzog Folko residiert
auf der Weidelsburg, der größten Burg des Reiches. Die Feste besitzt zwei
Bergfriede und dient gleichzeitig als Königs- und Herzogssitz. Auch zahlreiche
königliche Ämter, wie etwa das Archiv, die Botenstelle, die Kanzlei und die
übrigen Hofämter, sind dort untergebracht. Auf der Weidelsburg befinden sich
auch bedeutende Heiligtümer Solwinns, Vigars und Tioris, sodass hier sogar ein
Hohepriester bestimmt wird. Im Umkreis der Weidelsburg finden sich die
Ländereien des Königs, das so genannte Kronland, welches der König auch als
Jagdrevier nutzt. Auch einige Ritter des Königs haben im Umkreis der Burg ihre
Gutshöfe, die sie direkt vom König als Lehen empfangen haben.

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