Das Herzogtum Löwenstein


Geschichte:

Das Herzogtum Löwenstein ist das jüngste der Herzogtümer Erédias. Ursprünglich war es nur eine kleine Grafschaft an der nördlichen Grenze von Wattenberg. Es bestand aus einigen bewaldeten Hügeln, dem Dorf Leuenfels und der Festung Löwenstein, die als Verteidigungsbastion gegen die Traven und als Wohnsitz des Grafen diente. Aufgrund seiner Grenzlage war dieses Dorf ständiger Streitpunkt zwischen den Grafen von Löwenstein und den Hasungern, einem wilden Travenstamm. Nachdem bei einem der häufigen Überfälle der Hasunger die Festung fast völlig geschleift und Graf Oswald getötet worden war, unterbreitete der damalige König Iandal II. dem hasungischen Fürsten Bryne ein Angebot. Er bot ihm die Grafschaft Löwenstein als Lehen an und gab ihm Oswalds Tochter Edelgard zur Frau. Im Gegenzug musste sich Bryne verpflichten, auf die Angriffe gegen das Königreich zu verzichten und dieses vor weiteren Überfällen der Völker aus den Steppen zu schützen. Bryne schlug ein und so wurde er zum Grafen von Löwenstein. Unterhalb der Feste siedelte nun seine Gefolgsleute und nannten den Ort Hasingeborg, Burghasungen in drakkmannischer Zunge.
Auf einem Thing aller hasungischen Fürsten überredete Bryne diese, sich mit dem ganzen Volk dem erédischen Königreich anzuschließen. Herzog Antur von Wattenberg war schon außer sich vor Freude aufgrund dieser unerwarteten Vergrößerung seines Herrschaftsbereichs, doch König Iandal II. hatte andere Pläne. Er machte Bryne zum Herzog, was bedeutete, dass das Stammesgebiet Brynes Lehen blieb. Auch die Grafschaft Löwenstein wäre damit zu Brynes Eigentum geworden, aber weil Herzog Antur diese nicht hergeben wollte, wurden nur die zerstörte Festung und das umstrittene Burghasungen in dem neuen Herzogtum übergeben, während Leuenfels und das restliche Gebiet weiterhin ein wattenbergisches Lehen blieb.
 

Geographie und Wirtschaft:

Löwenstein liegt auf einem kleinen Gebirgszug, den Bærebjerga oder besser den Bärenbergen; sie trennen die nördlichen Steppen vom Travenreich. Das Gebiet ist überwiegend von Wald bedeckt, nur in den Tälern des Südens und Westens gibt es offenes Land. Die Bevölkerung besteht zum größten Teil aus Hasungern, einem kriegerischen, travischen Volksstamm. Ansonsten haben sich nur in Burghasungen einige Erédier, hauptsächlich Kaufleute, niedergelassen, das erst vor wenigen Jahren das Stadtrecht erhalten hat. Der Vogt von Burghasungen ist Graf Sabion, der Zwillingsbruder des Herzogs. Eine mäßig befahrene Handelsstraße, die Lawegon mit dem Travenreich verbindet, führt durch Burghasungen und Altenhasungen, ein Dorf, dessen Heerbann von Ritter Oddvar von Aledal angeführt wird. Hier steht auch das wichtigste Heiligtum der Hasunger, der Steinkreis der Göttin Soniana, der neben Tiori wichtigsten Gottheit des Stammes. Außer einem kleinen, von den erédischen Bürgern erbauten, Pantheon in Burghasungen gibt es keine Tempel sondern nur heilige Stätten in den Wäldern wie Quellen und herausragende Bäume, die hauptsächlich den Gottheiten Soniana, Tiori, Grold, Vigar, Kianna, sowie Lunnas und Fionn geweiht sind.
Ansonsten ist nur noch Wenigenhasungen eine nennenswerte Ansiedlung, die Ritter Terje von Venneby anführt. Im von Ritter Svante von Godekrona verwalteten Norden gibt es nur einige winzige Weiler, verstreute Höfe und Einsiedlungen. In dieser nördlichen Wildnis sind Bären und Wölfe beinahe schon häufiger als Menschen. Das Land wird von Brynes Enkel Herzog Kirsten von Löwenstein, in dessen Abwesenheit von seinem Zwillingsbruder Sabion vertreten, geführt. Herzog Kirsten ist der Erzmarschall des Königs.

Die Bevölkerung lebt hauptsächlich von der Jagd, der Landwirtschaft und vom Handwerk, zudem wird viel Holz für die Baumaßnamen des Königs geschlagen. Erwähnenswert ist noch, dass sämtliche Hasunger dem Stand der Freien angehören und sich als Krieger sehen. Die Leibeigenschaft ist in Löwenstein vollkommen unbekannt und das Bürgertum hat nur in Burghasungen Bedeutung. Die Ritter des Herzogs sind auch nicht die Grundherren ihrer Dörfer, sondern führen lediglich im Kriegsfall den Heerbann ihrer Ortschaft an. Bekannt ist Löwenstein für seine Ponys, die von den Steppenpferden abstammen sollen und überall im Lande gezüchtet werden, denn jeder Hasunger liebt die berittene Kriegsführung. Neben den Ponys ist Met das wichtigste Handelsgut der Hasunger.
Die Menschen sind sehr abergläubisch, weshalb man sich nicht wundern darf, dass Magier und der gleichen noch weniger beliebt als im übrigen Reich sind. Selbst Saventi Zumba wird mit Argwohn betrachtet, wenn gleich sich gerade die Herzogsfamilie zunehmend mit süd-erédischer Gelehrsamkeit anfreundet. Elben hingegen sind gern gesehen, denn viele alte hasungische Sagen handeln von ihnen sowie den berühmten Selterszwergen, die irgendwo in den Bärenbergen gehaust haben sollen.
 


 

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