Hohenhewen

 
Die Stadt Hohenhewen liegt im südlichen Herzogtum Weidelsberg, nicht weit entfernt von der königlich-herzoglichen Burg. Sie ist die größte und reichste Stadt Erédias, was sie ihrer besonderen Lage an einer alten Wegscheide zu verdanken hat. Denn durch die Stadt führt die wichtigste erédischen Fernhandelsstraße, der Armathanstraße. Sie beschreibt, aus Wattenberg, Lawegon und den Ländern dahinter kommend, in Hohenhewen einen Bogen von Osten nach Süden und führt weiter Richtung Fridislar und Alisien. In der Stadt trifft sie auf eine andere bedeutende Handelsstraße, die die Stadt nach Norden verlässt und weiter bis tief in das Travenreich führt und auf der ein Großteil der Geschäfte erédischer Händler mit den Stämmen der Traven abgewickelt wird. Von dieser Straße zweigt unterhalb der Weidelsburg die Passstrasse über die Nebelberge ab, der einzige Weg über das Gebirge neben dem Anderdurchbruch ganz im Süden Erédias.

Die königliche Stadt Hohenhewen

So kommt es, dass fast ein jeder Händler, der in Erédia seinem Schaffen nachgeht, früher oder später die Stadt Hohenhewen zu Gesicht bekommt: Die Händler, die mit den Traven im Norden handeln, jene, die mit den Orken Tauschgeschäfte eingehen und auch die Fernhändler, die Erédia nur durchqueren, machen in Hohenhewen für eine Nacht halt, liegt die Stadt doch ungefähr eine Tagesreise von Fridislar entfernt.
So ist Hohenhewen eine Stadt des Handels. Unüberschaubar viele Arten von Waren, die aus allen Gebieten Erédias stammen, sind auf dem inmitten der Stadt gelegenen Markt zu finden. Viele Kontore, Lagerhäuser und die prachtvollen Gebäude der Kaufmannsgilden prägen ihr Erscheinungsbild. Sie ist durch den Handel derart wohlhabend, dass sie sich eine steinerne Befestigungsmauer leisten kann. Dieser Bering und die Nähe zur Königsburg versprechen Sicherheit und beruhigen jene Gemüter, die sich über die gleiche Nähe zu den tiefen Wäldern der Nebelberge sorgen. Die Einwohnerzahl Hohenhewens ist in den letzten Jahrzehnten stark gestiegen, so dass die Stadt mittlerweile über die Grenzen ihrer Mauern hinausgewachsen ist.

Durch den Zuzug neuer Bürger aus den umliegenden Landen ist auch das Handwerk hier mittlerweile stärker vertreten, als dies noch vor einiger Zeit der Fall gewesen ist. Besonders Meister, die einem in Erédia eher selten verbreiteten Handwerk nachgehen, wie Zinngießer und Goldschmiede, haben sich in Hohenhewen niedergelassen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass der König vor einiger Zeit das Münzregal und das Recht, die erédischen Münzen zu prägen, hierher abtrat.
Hohenhewen ist zudem eine königliche Stadt, was bedeutet, dass sie nicht zu lehnsherrlichen Zehntzahlungen verpflichtet ist, sondern stattdessen eine jährliche Steuer direkt an den König abführt. Die Stadt wird von, wie für Königsstädte in Erédia üblich, von einem Stadtrat regiert, der sich aus dem Kämmerer, dem Richter, dem Baumeister und weiteren dreizehn Patriziern zusammensetzt und den Bürgermeister wählt, zur Zeit ist dies Silon Vandelmann.

In Hohenhewen gibt es Tempel für alle größeren drakkmannischen Götter, besonders die des Milux und des Tiori sind berühmt. Der Tioritempel ist der prächtigste und einer der größten Erédias und es heißt, jeder Erédier müsse ihn im seinen Leben wenigstens einmal betreten haben. Dem Tempel angeschlossen ist das Kloster und Gründungshaus der Schwertbruderschaft Tioris mit dem Sitz des Hochmeisters.
In Hohenhewen gibt es aber noch weitere herausragende Bauwerke, die zum Teil noch aus der Zeit des Drakkmannenreiches stammen und die Jahrhunderte überdauert haben. Da ist zum Bespiel die berühmte Halle der Helden, ein Vigar geweihtes Mausoleum, in dem großartige Könige und Krieger bestattet sind, u.a. der erste König Erédias Iandal I. und die beiden tragischen Hauptgestalten des Pfaffenkrieges, Fürst Helmbrecht Einauge und Abt Stephanus der Stählerne. Auch Klaus von Madga soll hier begraben sein, zumindest gibt es einen Sarkophag mit seinem Namen, allerdings sind nicht wenige der Meinung, er habe den Heiligen Humpen wirklich gefunden und würde noch immer irgendwo auf einem versteckten Berg leben.



 

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