Societas Arkana – Die erédischen Hermetikerzirkel


Es sei gesagt, dass dieses Dokument ein streng vertrauliches ist, ob dem Unbehagen und Misstrauen, welches der gemeine Pöbel unserer Zunft entgegen bringt. Es wäre unverantwortlich diese Zeilen unbedacht und offen liegen zu lassen. Derowegen muss es gut behütet immer wieder an seinen rechtmäßigen Platz gebracht werden. Im Besonderen ist das Kopieren dieser Schrift strengstens zu überwachen.
Was nun schon so hochtrabend angekündigt und mysteriös umhüllt, soll nun gelüftet werden. Die folgende Schrift befasst sich mit den hermetischen Zirkeln, deren Hierarchien und Niederlassungen.
Es gibt derer nicht viele, die es verstehen die Kunst anzuwenden und noch wenigere, sie zu lehren. Die wichtigsten Orte, an denen sich Zirkel und Logen befinden sind die Akademie zu Metzarum, die Weidelsburg, die freie Stadt Fridislar im Anderbogen und in Lawegon Hohenschweig, Staufenbach, Grabba und Andermünde. Die größte Loge befindet sich in Metzarum, da sich hier die einzige größere Ausbildungsstätte für Discipuli befindet.

Um einen Eindruck über die Gesamtzahl der Hermetiker zu erlangen, fange ich an des Baumes Ursprung, also an der Wurzel, an. In der Akademie zu Metzarum werden Hermetiker ausgebildet. Dies geschieht in der Regel so, dass ein Lektor (Lehrmeister der Kunst, meist Archihermetikus oder Hermetikus) oder ein Intendant (Vorsteher des lokalen Zirkels/Loge) einen begabten Scholasten oder Adepten (jemand, der in das Geheimnis der Hermetik eingeweiht ist) aus dem Alltag des Scholastendaseins heraus nimmt und ihm anbietet, ihn zum Hermetikus auszubilden. Willigt er ein, beginnt die Ausbildung als Discipulus. Wenn er sich verweigert, wird er gezwungen Stillschweigen über die nun erlangten Geheimnisse zu wahren. Er lebt sein Scholastenleben nun mehr als Adept weiter. Der Discipulus jedoch muss neben seinen normalen Studien seiner Fakultät noch zu einem Lektor in die Lehre. Er führt ab jetzt ein Doppelleben. Dies ist eine erhebliche Herausforderung, da keiner seiner Scholastenkameraden etwas von seiner Ausbildung zum Hermetikus erfahren darf.
In der Regel unterrichtet ein Lektor zwei bis vier Discipuli. In Metzarum gibt des derer drei, so dass man sieht, dass die Zahl der Discipuli äußerst beschränkt ist. Eine genaue Dauer der Ausbildung festzumachen ist wohl kaum möglich, da es auf die individuellen Fähigkeiten des Discipulus, dessen Verhältnis zum Lektor und den Pfad der Ausbildung ankommt. Es soll auch Schüler geben, die ihr gesamtes Leben an der Akademie geblieben sind und über den Rang eines Discipulus nicht hinaus gekommen sind.

Hierbei sei erwähnt, dass die hermetischen Disziplinen, also die Künste der dreimal großen Ilva oder auch Artes Arkanae, wie sie von Hermes Trismegistos eingeführt wurden, von Beginn an die Artes Magicae, die Alchemie und die Astrologie waren und noch heute gelehrt werden.
Hält der Intendant die Ausbildung für abgeschlossen und hat der Discipulus seine Hermetikprüfung erfüllt, wird er zu nächst Hermetikus, der erste Rang eines Hermetikers. Später, nach langen Jahren der Forschung und Entwicklung kann er die Prüfung zum Archihermetikus ablegen. Spezialisiert sich ein Hermetiker auf die Artes Magicae, so kann er die Prüfung zum Magus, der ersten Stufe eines Magiers ablegen, und später die Prüfung zum Archimagus. Hat ein Archimagus besonders Talent und ist sein Durst nach Wissen noch nicht gestillt, kann er sich auf die dunkle Ebene der Schwarzen Magie begeben. Einen solchen Magus nennt man im drakkmannischen Raum Niskus, wobei solche Magi immer unter besonderer Beobachtung stehen, da sie sehr mächtig sind und oft die Grenzen zwischen Kontrolle der Fähigkeiten und Wahnsinn verfließen. Daher gibt es derer auch nicht viele. Die Akademie zu Metzarum verweigert das Ausbilden in den Schwarzen Künsten und zählt sie nicht zu den Artes Arkanae. Derowegen ist des Verhältnis des Circulum Ilvae aus Metzarum zu der Loge der Weidelsburg von Spannungen und Uneinigkeit überzogen, da unterhalb der Weidelsburg durchaus die Nigromantie erforscht und gelehrt werden.

Neben den Discipli und den drei Lektoren gibt es noch weitere Hermetiki und Archihermetiki, die dem Zirkel der dreimalgroßen Ilva, so wird die Loge in Metzarum genannt, angehören, sodass man auf eine ungefähre Zahl von 25 Hermetikern kommt. Auf der Weidelsburg gibt es weitere 10 Hermetiki, die aber nicht nur auf der Burg ihren Lehren nachgehen, sondern auch in Hohenhewen und dem Umland leben. In Fridislar befindet sich der kleinste Zirkel. Er besteht nur aus rund 5 Hermetikern. In den oben genannten lawegonischen Städten tummeln sich weitere 60 Hermetiki, die sich gleichmäßig auf die verschiedenen Zirkel und Logen verteilen. Da es natürlich auch einige abtrünnige und eigenständige Hermetiker gibt, die sich keiner Loge unterordnen wollen oder lieber abgeschieden und allein ihrer Forschung nachgehen oder anderen Herren ihre Dienste für Geld anbieten, kann man die genaue Anzahl derer, die die Artes Arkanae ausüben, nicht bestimmen.
Die sieben Intendanten der einzelnen Logen treffen sich jährlich an einem geheimen Ort. Dort wird über anstehende Prüfungen von Discipuli und Probleme beraten, die neusten Entwicklungen und Erkenntnisse diskutiert und Erfahrungen ausgetauscht.
Zwar hüten die Hermetiker ihr Geheimnis sehr gut und nicht viele wissen von den „zusätzlichen Disziplinen“, die an der Akademie oder auf der Weidelsburg gelehrt werden, doch ist die erédische Schule im ganzen Drakkmannen Reich bekannt und geschätzt.

Aus der Sammlung Artes Hermeticae der Akademie für Gelehrte zu Metzarum

Vari Alovan
 


 

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