Das Königreich Erédia

 
Geographische Lage:

Zwischen den Nebelbergen im Westen, dem Ander im Süden und den großen Steppen des Nordens liegt das kleine Königreich Erédia. Im Osten grenzt es an das Großherzogtum Lawegon, mit dem Erédia schon seit langem im Streit liegt. Lawegon war früher Teil des alten Königreiches Erédia und des schon längstuntergegangenen Drakkmannischen Kaisereiches, kulturell bestehen keine Unterschiede zu Erédia. Die südlich, zwischen Garvensburg und Forkenburg, gelegene Freie Reichstadt Fridislar ist ebenfalls ein Über-

Der erédische Greif
 

bleibsel jenes Kaiserreiches und pflegt  gute Beziehungen zu all benachbarten Reichen. Sie wird noch wie in der Kaiserzeit von einem Senat verwaltet. Südlich des Anders erstreckt sich das gewaltige Königreich Alisien, welches sich in Religion und Kultur stark von seinen nördlichen Nachbarn unterscheidet. Trotz dieser Unterschiede pflegt Erédia gute Beziehungen zu den Südländern. Jenseits der Nebelberge liegt das Gebiet der Orks und Oger und noch viele andere Fabelwesen soll es dort geben, doch obwohl es einen Pass und den Anderdurchbruch durch das Gebirge gibt, traut sich kaum ein Mensch dorthin, zumal es auch nicht lohnenswert erscheint. Allerdings hat König Iandal III. in dieser Wildnis einen Vorposten gegründet, die neue Westmark. Noch weiter westlich, in den völlig unbekannten tiefen der Wilden Lande, soll es angeblich am sagenhaften Feensee ein verhältnismäßig hoch entwickeltes Königreich der Orken namens Gerandack geben, doch darüber streiten sich die Gelehrten.
Die nördlichen Steppen werden von den travischen Völkern bewohnt, welche sehr nah mit den Drakkmannen verwandt sind. Nordwestlich von Erédia liegt das Fürstentum der Traven, ein Zusammenschluss mehrerer Reitervölker travischer Herkunft. Im Nordosten durchwandern noch viele barbarische Travenstämme die weiten Steppen.
 

Bevölkerung:

Das Königreich Erédia wird mit Ausnahme der Westmark ausschließlich von Menschen bewohnt. Der größte Teil der Erédier ist drakkmannischer Herkunft. Im Norden leben auch einige travische Stämme wie die Tegelinger im Norden von Weidelsberg und die Hasunger in Löwenstein. In der erédischen Westmark leben noch wilde Orken und Oger, doch der König versucht sein Bestes.
In größeren Städten wohnen auch einige Ausländer vor allem Alisier, Traven, Fridislarer, Lawegonier und sogar ein paar Zwerge. Manch alte Mär lässt sogar vermuten, es gebe Elben und andere Merkwürdigkeiten in den verborgenen Tälern der Nebelberge, den ursprünglichen Bärenbergen oder den verwunschenen Wäldern Wattenbergs.

Regierung:

Regiert wird Erédia derzeit von König Iandal III., auch der Gutmütige genannt. Sein Sitz ist die Weidelsburg, eine mächtige, wenn auch etwas heruntergekommenen Feste am Anfang der Passstraße über die Nebelberge. Ihm stehen die fünf Erzbeamten zur Seite: Truchsess, Mundschenk, Marschall, Kämmerer und Kanzler.
Ansonsten steht die Kuria, der Rat der Herzöge, dem König zur Seite. Dieser Rat kann einen neuen König bestimmen oder im Notfall sogar einen unfähigen absetzten. Für die Königswürde berechtigt sind alle Herzöge, Grafen und alle männlichen und weiblichen Geschwister und Nachkommen des Königs. Der König bestimmt einen Thronfolger, der aber erst von der Kuria angenommen werden muss, was in den meisten Fällen aber auch geschieht. Wenn die Kuria, also die Herzöge, jedoch nicht einverstanden sein sollte, bestimmen sie selbst einen Thronfolger.
Die Kuria besteht inzwischen aus sechs Herzögen, den vier ursprünglichen aus Wattenberg, Weidelsberg, Hellensberg und Garvensburg und den später dazugekommenen aus Forkenburg und Löwenstein.
Innerhalb der Herzogtümer liegen die Königsstädte Hohenhewen, Anderporth, Metzarum und Istha, die von der Bürgerschaft verwaltet werden. Alle anderen Ortschaften werden von adeligen Grundherren verwaltet, die von den Herzögen belehnt wurden.
Daneben gibt es noch die reichsunmittelbare Abtei und Akademie zu Metzarum sowie die reichsunmittelbare Westmark.
 

Militär:

Im erédischen Heer findet sich eine ausgeprägte Hierarchie und Bürokratie. Oberbefehlshaber des Heeres ist nach dem König der Marschall. Die höheren Dienstgrade sind dem Adel vorbehalten. Erédia verfügt über ein stehendes Heer, welches vor allem mit der Grenzsicherung und mit Botengängen beschäftigt ist. Im Kriegsfall wird auch der Heerbann aufgestellt, in dem freie Männer zum Kampf in Milizen geordnet werden. Die meisten Soldaten sind gebürtige Erédier, es finden sich allerdings auch einige ausländische Söldner unter ihnen. Der erédische Soldat ist am blau-gelben Wappenrock leicht zu erkennen.
 

Gesellschaft:

Die erédische Gesellschaft ist ständisch organisiert. Den ersten Stand bildet der Adel, der militärisch und politisch dominiert. Den größten Stand bilden die Gemeinfreien. Die Leibeigenen hingegen sind unfrei und an ihre Scholle gebunden. In Hasungen und Tegelingen findet allein jedoch allein der Stand der Freien. Die Städte sind ebenfalls vom Lehnswesen unbeeindruckt, dort lebt allein der Bürgerstand. Die Patrizier bilden die städtische Oberschicht. Mittelständisch sind kleinere Händler und Handwerksmeister. Am unteren Ende der städtischen Gesellschaft stehen die Handwerksgesellen und unter ihnen die ungelernten Tagelöhner. Vollkommen rechtlos sind die Vogelfreien, die weder Lehnsmänner eines Herrn noch Bürger einer Stadt sind. Gleiches gilt auch für die Orken der Westmark, solange sie nicht Eigenleute rechtschaffener Männer sind.
 

Wirtschaft:

Die Geldwirtschaft hat sich noch nicht in allen Teilen Erédias durchgesetzt. In den Dörfern dominiert noch der Tauschhandel. Der größte Teil der Bevölkerung ist in der Landwirtschaft tätig. Grundnahrungsmittel sind Getreide und Kartoffeln. In den Gärten findet sich ein Allerlei an Gemüsen und manch prächtiger Apfelbaum. Im Andertal wird sogar Wein angebaut. Auf den Bauernhöfen werden vor allem Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen, Hühner, Gänse und Enten gehalten. Im Herzogtum Löwenstein hat auch die Pferdezucht große Bedeutung. Fisch und Wild sind hingegen Luxusgüter. Unweit von Morgend und Elbenberg wird Eisenerz aus den Tiefen der Erde gefördert. Im Königreich Erédia sind alle Handwerke und sogar die Buchdruckerkunst zu Hause. Der Handel blüht vor allem in den Städten und besonders im Binnenhafen zu Anderporth. Der Fluss Ander und die Armathanstraße sind die wichtigsten Handelswege.


Religion:

In Erédia wird ausschließlich das Drakkmannische Pantheon verehrt. Als Göttervater und Hauptgottheit gilt der Donnergott Tiori. Im Travenreich, in Fridislar und in Lawegon werden die gleichen Götter verehrt. Die Religion Erédias ist eher undogmatisch, denn die Zahl der Götter und auch die Art ihrer Verehrung variiert stark. Die Priesterschaft ist nur auf lokaler Ebene organisiert. Unter den Priester herrscht nur geringe Hierarchie und sie haben meist keinerlei weltliche Macht außer ihr Ansehen und ihre Überzeugungskraft. Als höchste geistliche Autoritäten gelten die Hohepriester, die vom Klerus der jeweiligen Städte gewählt werden. Im Süden Erédias gibt es einige Klostergemeinschaften und pompöse Tempelanlagen, der travische Norden hingegen ist durch Schamanentum und die Verehrung heiliger Bäume geprägt. Alle Erédier sind sehr gläubig, was allerdings meistens nicht zu Askese, Opferbereitschaft oder gar Fanatismus führt. Fremdländische Kulte sind nicht verbreitet, aber auch nicht verboten, so lange sich diese nicht gegen das Königreich oder die guten Sitten richten. Anhänger der drakkmannischen Kulte sind fremden Göttern durchaus aufgeschlossen und setzen diese gern mit ihren eigenen gleich. Monotheistische Religionen wie zum Beispiel der Aldonkult der Alisier finden weitgehende Ablehnung, Atheismus führt zu purem Unverständnis.


Mentalität:

Erédia ist ein eher beschauliches Königreich. Größter Wert wird auf die guten Sitten gelegt, weshalb die meisten Erédier fleißig und friedliebend sind. Schulbildung findet sich jedoch nur unter den städtischen Bürgern. Das einfache Volk weiß wenig über ferne Länder, weshalb Fremde oft argwöhnisch beäugt werden. Oft in Gewalt umschlagendes Misstrauen herrscht in Erédia jedoch gegen alle offensichtlich bösartigen Unbekannten, wozu man Bestien und düsteren Geschöpfen auch Hexer gezählt werden. Die Erédier im Algemeinen und die Forkenburger insbesondere sind sehr abergläubisch, weshalb weitgehende Vorurteile gegen Magier, Orken und andere Unholde gepflegt werden. Ein weniger angespanntes, aber ebenfalls durch Aberglauben geprägtes Verhältnis haben die Erédier etwa zu elbischen Zeitgenossen, denn sie genießen wenigstens außerhalb Forkenburgs hohes Ansehen. Waldläufer, Landstreicher und Söldner finden unter den ordnungsliebenden Erédiern nur wenig Verständnis, denn ihre Lebensart gilt als treulos und unehrlich. Freundlich und eher offenherzig sind Erédier besonders zu jenen, die ihnen weder unheimlich noch gefährlich erscheinen.


Magie im Lande Erédia:

Magie ist in Erédia kein häufig anzutreffendes Phänomen. Dies ist vor allem im geringen Bildungsstand der Erédier begründet. Allein in der Akademie für Gelehrte zu Metzarum werden unter Ausschluss der Öffentlichkeit einige wenige in den Künsten den Arkandisziplinen Magie, Alchemie und Astrologie, ausgebildet. Da Magier beim gemeinen Volk nicht sonderlich beliebt sind, verlassen sie ihren Elfenbeinturm nur selten und verzichten gern darauf sich als solche erkennen zu geben. Allein unter dem Schutz der Krone kann sich der erédische Magier voll entfalten. Berüchtigt ist wohl der königliche Hofmagier Saventi Zumba, den viele Erédier der Treue zum König wegen vertrauen. Da Fremde beim einfachen Volk ohnehin unbeliebt sind, sind fremdländische Zauberer noch unbeliebter, da Magie als Erzeuger von Unglück und Unfrieden gilt und die Erédier gewissermaßen sehr an Glück und Frieden hängen. Schwarze Magie, Hexerei und jeglicher anderer Schaden anrichtender Zauberei gelten als Straftat. Da aber gefährliche Magier in Erédia äußerst selten sind und der König die Akademie und seinen Hofgelehrten zu schätzen weiß, findet keine systematische Verfolgung solcher Tunichtgute statt. Hin und wieder kommt es jedoch zu Übergriffen der Bevölkerung, die gefährlich und böswillig wirkende Magier mit Mistgabeln verjagen oder gar den Flammen übergeben.


Weitergehende Informationen:

 [ Sitemap ] [ Impressum ], © Vergessene Welten e.V.